Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Compo(sit) YAK

Compo(sit) YAK von http://www.scale-modellbau.de/

Technische Daten:
Spannweite: 80 cm
Länge: ca. 85 cm
Gewicht: ab 120 g

Die YAK 54 verdankt ihren Namenszusatz „Compo(sit)“ ihrer gemischten Bauweise. So besteht das Rumpfvorderteil aus zwei tiefgezogenen Halbschalen, während das Heck sowie die Tragfläche in typischer Kreuzbauweise erstellt werden.

Dem Bausatz liegen neben den beiden tiefgezogenen Rumpfhälften auch tiefgezogene Radschuhe bei, sowie ausgefräste Depron- und GFK-Teile. Das Gewicht der benötigten Einzelteile liegt bei 56 g zzgl. CFK, RC und Kleber.

 
 

Was man jedoch vergebens sucht, ist eine Bauanleitung. Diese kann jedoch auf der Herstellerhomepage heruntergeladen werden.
Außerdem waren keine CFK-Verstärkungen dabei. Dies hat sich mittlerweile aber geändert, alle benötigten CFK Stäbe und Profile werden vom Hersteller beigelegt.

Was noch benötigt wird, sind Anlenkungsschnur und 1-mm-Balsa. Geklebt wird das Modell überwiegend mit UHU-Por – an einigen wenigen Stellen kommen Sekundenkleber sowie Harz zum Einsatz.

Ausgerüstet wird mein Modell mit:

  • Motor: DW8/18 von Slowflyworld
  • Regler: No Name 10A Chinaregler
  • Servos: 4x HS45HB
  • Akku: 2s460mAh Lemon-RC
  • Empfänger: 6 Kanal GWS

Damit ist ein Abfluggewicht von unter 180 g ohne Erleichterungsmaßnahmen nicht möglich, aber auch nicht zwingend notwendig, da ich die YAK überwiegend im Freien bewegen werde.
Für den Indooreinsatz empfehlen sich ein Motor der 20-g-Klasse, sowie ein leichter 8A-Regler mit vier Servos der 5-g-Klasse. Mit zusätzlichen Abstrippmaßnahmen kann somit ein Abfluggewicht von unter 140 g erreicht werden.

Der Bau
Ein Blick in Bauanleitung zeigt sehr schnell, dass diese nicht für blutige Anfänger geschrieben wurde. Wer die YAK danach aufbauen möchte, benötigt also schon ein wenig Erfahrung im Bau von Kreuzrumpffliegern. Darauf aufbauend ist die Bauanleitung mehr als Ratgeber zu betrachten, gibt sie doch wichtige Tipps bei Details in der Fertigstellung. Der eigentliche Bau geschieht nach „Schema F“, wobei hier jeder seine eigenen Vorlieben beim Kleben und RC-Einbau hat.
Zunächst werden die beiden Rumpfhalbschalen miteinander verklebt, der Haubenausschnitt nach eigenem Ermessen ausgeschnitten und die Schlitze für die Tragfläche nach der Anleitung angebracht.

 

 Anschließend wird der Heckbereich fertiggestellt.

 
 

Nun können auch schon die beiden Teile miteinander verklebt werden, jedoch sollte man sich hierfür etwas Zeit nehmen, um einen geraden Rumpf zu erhalten.

 

Die beiden Tragflächenhälften werden miteinander verklebt und an der Nasenleiste das Kohleprofil angebracht. Dann kann sie auch schon in den Rumpf geklebt werden. Die Querruder werden erst danach anscharniert, da diese noch angepasst werden müssen.

 

Um die Streben an der Tragfläche anbringen zu können, empfiehlt es sich, das Modell auf Büchern oder CD-Hüllen aufzulegen, um einen geraden und verzugsfreien Aufbau zu garantieren. Strapping-Tape an der Klebestelle am Rumpf schützt die CFK-Stangen vor dem Ausreisen aus dem Depron.

 

Anschließend werden die RC-Komponenten eingebaut und die Ruder angelenkt. Wie bereits zuvor erwähnt, hat da jeder seine eigene Methode. Entgegen der Bauanleitung habe ich die Querruder mit Ruderhorn (liegt dem Baukasten nicht bei!) und CFK-Stab angelenkt. Die Anleitung sieht eine direkte Anlenkung des Servos im Ruder vor.

 

Chirurgenhände sind beim Einbau der Servos im Rumpf vorteilhaft, da es dort sehr eng zugeht und man nur durch die Kabinenhaubenöffnung Zugang hat. Wichtig ist dabei, die Anlenkschnüre schon vor dem Einbau mit den Ruderhörnern zu verknoten, da dies später nicht mehr ohne weiteres möglich ist. Zum Spannen nehme ich immer etwas Kupferlackdraht (0,2 – 0,5 mm). So ist auch Nachspannen problemlos möglich.

 

Pfiffig ist das Abstreben des Seitenleitwerks gelöst. Dies geschieht über eine dünne Schnur, welche im Drehpunkt in den Höhenrudern eingeklebt wird. Dafür liegen sogar extra Frästeile bei, so dass die Kraft optimal ins Depron geleitet werden kann und die Schnur nicht das Depron einreist.

Abschließend werden der Motor sowie das Fahrwerk montiert. Es liegt ein sauber gefräster Motorspant bei, welcher zunächst mit UHU-Por angeheftet und anschließend mit Harz punktuell nachgelebt wurde. Die Bohrungen passten perfekt für den DW8/18.

 

Das Fahrwerk wurde auf traditionelle Art erstellt und verklebt. Die Radschuhe müssen noch zugeschnitten, verklebt und verschliffen werden. Das Strapping-Tape an den Klebestellen sorgt dafür, dass das Fahrwerk nicht herausreisen kann.

 

 Die auf den Bildern zu sehenden Winglets sind nicht Bestandteil des Bausatzes, wurden aber auf einfache Art aus Reststücken des beiliegenden Deprons erstellt.

Damit wäre der Bau auch schon abgeschlossen. Als Finish kam neben Edding am Heckbereich auch bedrucktes Papier zum Einsatz. Dies wurde mit Sprühkleber auf den Tragflächen aufgebracht und bringt ein Mehrgewicht von insgesamt satten 10 g mit sich. Für den Indoorpiloten also nur bedingt empfehlenswert.

Das Abfluggewicht liegt am Ende bei 189g. Aber wie gesagt, bei Einsatz gängiger Indoorkomponenten und ohne das „Papierfinish“ sind 150 g und weniger realisierbar.

 

Erstflug
Der Erstflug fand in der Halle statt. Da es zudem auch für mich das erste Hallenfliegen in diesem Winter war, war die Anspannung umso größer. Doch diese verflog nach den ersten Kurven. Schnell hatte ich mich an die Halle und die YAK gewöhnt. Nach ein paar wenigen Trimmkorrekturen konnte das Modell auch schon zeigen, was es kann. Der tiefgezogene Rumpfvorderteil ist äußerst stabil, einen klassischen Kreuzrumpf hätte ich bei einem unsauber ausgeleiteten Looping sicher reparieren müssen, die YAK war davon jedoch völlig unbeeindruckt. Aufgrund des hohen Abfluggewichtes ist die Grundgeschwindigkeit recht hoch, sauberer F3P damit kaum möglich, also wurde 3D geflogen. Harriern und Hovern klappen sehr gut, auch enge Loopings und schnelle Rollen (-kreise) sind möglich.
Der nächste Flug erfolgte unter freiem Himmel, denn da habe ich eindeutig mehr Zeit, um Schwerpunkt und Trimmung ideal einzustellen. Beim Messerflug ist kein Mischer notwendig, auch Rollenloopings können mit kleinen Durchmessern geflogen werden.
Nachdem das Modell Outdoor ideal eingestellt war, traute ich mir auch in der Halle mehr zu, wenn auch noch viel Potenzial meinerseits nach oben ist.

 
 
 
© Vielen Dank an dieser Stelle an Daniel Just und Marco für die genialen Flugbilder

Fazit:
Die YAK fühlt sich sowohl In- als auch Outdoor pudelwohl. Die Ruderwirkung ist direkt und die Motorleistung mehr als ausreichend. Der Bau lief überwiegend routinemäßig ab, einzig der Servoeinbau im Rumpf erfordert etwas Geschick und Geduld. Doch auch das wurde gemeistert und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Das Modell ist uneingeschränkt 3D tauglich, für den F3P-A/B Flug bin ich der falsche Ansprechpartner 😉
Für 49 € bekommt man einen sauber vorgefertigten Baukasten. Der Preis ist auch angemessen, kostet doch ein klassischer Shock-Flyer 35€ unlackiert. Der Zeit- und vor allem Materialaufwand bei der Entwicklung eines Tiefziehrumpfes ist sehr hoch, dies will der Hersteller natürlich wieder reinholen.

Wer dem Shocky-Einheitsbrei auf Indoormeetings ein Schnippchen schlagen möchte, ist mit der Compo(sit) YAK genau richtig – dieselben Flugeigenschaften wie ein Kreuzrümpfler bei herausregender Optik und stabilerem Aufbau.

Preise:

 

 

Modell Compo(sit) YAK Scale-modellbau.de

49,00 €

Motor DW8/18 Slowflyworld.de

74,99 €

Regler 10A China Regler NoName

ca. 20,00 €

Servos HS45HB (4x) HITEC

je 24,90 €

Empfänger GWS 6K GWS

24,50 €

Akku 2s460mAh LemonRC LemonRC

18,00 €

Gesamt  *Alle Preise UVP der Hersteller

ca. 285 €

 

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