Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Twister von Multiplex

 

Technische Daten:

Spannweite: 850 mm
Rumpflänge: 1170 mm
Fluggewicht 1048 g
Tragfächeninhalt: ca. 25,5 dm²
Flächenbelastung (FAI) ab: ca. 31 g/dm²
RC-Funktionen: Höhen-, Querruder u. Motor

Let´s Twist
Der Twister wird als handstarttauglicher Jettrainer beworben. Da ich noch keine Erfahrung mit Impellern hatte und endlich auch mal auf der „Druckwelle“ reiten wollte, schien mir der Twister die richtige Wahl zu sein. Sollte das Elapor doch den ein oder anderen Fehler verzeihen können. Auf der Homepage des Herstellers konnte ich die Bauanleitung herunterladen und daraus die benötigen RC-Komponenten entnehmen. Also los ging es, und das Modell samt den benötigen RC-Teilen wurde bestellt.

Nach kurzer Zeit hatte ich ein verhältnismäßig kleines Paket bei mir auf dem Tisch stehen…. da soll alles drin sein? Ja, in der Tat! Multiplex hat sich eine geniale Verpackung einfallen lassen: in einem Styroporgestell sind die einzelnen Teile des Twisters transportsicher verstaut und aufgrund der Länge fallen auch keine hohen Transportkosten an. Da hat doch mal jemand mitgedacht, Kompliment!

Das Modell wird schon mit dem benötigen Impeller und E-Motor geliefert, folgende RC-Komponenten werden noch benötigt:

Übersicht des benötigen Zubehörs:

Regler
Es wurde der von Multiplex empfohlenem Castle Creations Phoenix 45 verwendet.


Technische Daten des Reglers:

  • 5 bis 10 Zellen NiCd/NiMh mit BEC
  • 2 bis 3 Zellen LiPo mit BEC
  • 5 bis 16 Zellen NiCd/NiMh ohne BEC
  • 2 bis 5 Zellen Li-Po ohne BEC
  • 45 A Dauer
  • 60 A kurzzeitig
  • Helimode
  • einstellbare Abschaltspannung
  • Abschaltmodus durch Leistungsreduzierung oder ganz aus,
  • Bremse: ein oder aus
  • Timing für 2 bis 16 polige Motoren
  • Gewicht: 30 g
  • Abmessungen: 44 x 25 x 10 mm

Die Programmierung des Reglers erfolgt über akustische und optische Signale, der komplette Einstellvorgang ist in der Bedienungsanleitung gut beschrieben.

Servos
Hier wurden die Multiplex Nano-S Servos verwendet, sie passen ideal in die Aufnahmeflächen und es muss nichts nachgearbeitet werden. Ferner sind die Kabel der Servos entsprechend lang, so müssen diese an den Tragflächen nicht verlängert werden.

Technische Daten:

  • Drehmoment: 11 / 13 Ncm bei 4.8/6.0V
  • Stellzeit: 0.12 / 0.10 sec./40° bei 4.8/6.0V
  • Maße LxBxH: 23x12x24 mm
  • Gewicht [g] ca.: 8
  • Getriebe: Kunststoff

Empfänger
Hier dient ein bereits vorhandener RX-7-SYNTH DS-IPD von Multiplex. Er hat bisher gute Dienste geleitest und seine Funktionalität schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Technische Daten:

  • Kanalzahl: 7
  • Empfangssystem: FM/PPM Doppelsuper mit IPD
  • Kompatibel mit: FM/PPM-Sendern mit mind. 2 bis max. 9 Servo-Kanälen
  • Empfindlichkeit: ca. 2 µV
  • Stromversorgung: 4-5 Zellen NiCd/NiMH
  • Stromaufnahme: < 15 mA (ohne Servos)
  • Antennenlänge: ca. 900 mm
  • Abmessungen (LxBxH): ca. 56×22,5×24,5 mm
  • Gewicht: ca. 25 g

Akku

Auch hier kommt ein Akku zum Einsatz, den ich bereits in Gerbrauch habe. Gewicht und Leistung sind nahezu identisch, mit dem vom Hersteller empfohlenen LiBatt 3200 Akku.

Technische Daten

  • Belastbarkeit 22C
  • Kapazität 3200mAh
  • Anzahl Zellen 3 / 11,1 V
  • Maße: 142,5 x 48 x 22 mm
  • Gewicht: 270g

Was benötigt man an Werkzeug und Kleinteilen?

  • 3 x Servo-Verlängerung 30 cm
  • 1 x CA – Sekundenkleber
  • 2 x 4mm Goldstecker und Buchse (zur Verlängerung des Stromkabels)
  • 40 cm 2 m² Kabel
  • 1 x Multiplex Hochstromstecker
  • 1 x Multiplex Hochstrombuche
  • Lötkolben
  • Schrumpfschlauch
  • Eding 3000 schwarz

Der Bau
Nachdem die Bauanleitung ausgiebig studiert wurde war schnell klar, dass nicht all zu viel zu tun ist, um das Modell fertig zu stellen. Insgeheim drängte sich mir die Frage auf, wie weit Multiplex die Modelle noch vorfertigen könnte? Ist dies das letzte Zugeständnis an die Modellbauer, dass man noch ein paar Teile zusammenbauen darf? Oder müssen wir uns demnächst in Modellflieger umbenennen? Aber ich möchte nicht klagen, gehöre ich doch selbst zu denjenigen, die sich über so einen hohen Vorfertigungsgrad freuen. So kann ich wesentlich mehr Zeit mit dem Fliegen verbringen!
Dank der gut bebilderten Bauanleitung ist die Fertigung recht einfach, ich möchte hier lediglich ein paar Bilder des Baus darstellen und an der ein- oder anderen Stelle noch einen Tipp zu dem jeweiligen Schritt geben.

Start
Bedingt durch die Fertigung, muss am Rumpf noch ein Brückenstück entfernt werden, dies geht am besten, wenn man ein Teppichbodenmesser auf den Rumpf aufsetzt. So erhält man eine gerade Schnittfläche.

Die Gfk Stäbe zur Stabilisierung des Rumpfes werden einfach mit Sekundenkleber eingeklebt.

Jede Rumpfseite besteht aus zwei Teilen (Rumpfnase und Rumpf), die mit Sekundenkleber verbunden werden, auf dem folgenden Bild kann man sehen, welche Fläche mit Sekundenkleber „bestrichen“ werden muss. Bevor man mit dem Verkleben beginnt, sollte man das zusammenfügen der beiden Teilen in einer „Trockenübung“ vorbereiten.
Ich habe das Nasenteil zuerst mit der Unterseite in den Rumpf gestellt und danach die obere Ausbuchtung des Rumpfs in das Nasenteil eingestellt. Nach zwei bis drei Übungsläufen habe ich es mit dem Kleber durchgeführt.
Man sollte zügig, aber ruhig arbeiten. Besonders sollte man darauf achten, dass die beiden Teile im Luftkanal bündig anliegen.


Die Klebefläche ist rot eingefärbt.

Nun wird die Halterung für die Kabinenhaube eingeklebt.

Einkleben des Heckservos
Man sollte im Vorfeld bedenken, dass man ggf. –bedingt durch ein defektes Getriebe – das Heckservo mal tauschen muss. Deshalb sollte man eine Kabelreserve beim Servo belassen und nicht alles im Rumpf verlegen. Die Reserve wird mit etwas Tesa fixiert, so steht einem beim Zusammenkleben der Rumpfhälften nichts im Wege.

So bleibt beim Servowechsel genügend „Spielraum“ für Arbeiten.

Das Kabel des Heckservos muss bis zur Kanzel verlänger werden. Hier kann man entweder eine fertig konfektionierte Verlängerung  verwenden, oder ein Kabel anlöten.
Entscheidet man sich für die Verlängerung, muss man entsprechend Platz für die Aufnahme schaffen. Das gelötete Kabel kann einfach  in den vorhandenen Schlitz verlegt werden.
Da man das Stromkabel später eh löten muss, sollte man hier auch gleich zum Lötkolben greifen.

Die Kabelverlängerungen für die Tragflächen werden wie beschrieben angebracht. Hier muss man bedenken, dass der Servostecker später noch Platz finden muss. Einfach mal probe stecken und kontrollieren.

Zusatz: Eine Führung für das Antennenrohr.
In den Rumpfhälften ist zwar eine Führung für die Antenne eingelassen, jedoch habe ich hier zusätzlich ein Stück Leerrohr (Bowdenzug) verlegt, damit die Antenne leichter verlegt werden kann. Dies ist nicht nötig, jedoch auch kein Umstand.

Nachdem beide Rumpfhälften vorbereitet sind, erfolgt das Zusammenkleben der Hälften.

Für diesen Arbeitsschritt sollte man zu Zweit sein. Einer zieht/hält die Hälften auseinander, der anderen führt sie – vom Kopf her angefangen – zusammen. So kann man das Zusammenkleben Stück für Stück kontrollieren. Selbstverständlich sollte man auch hier wieder eine Trockenübung machen.

Übrigens hat man hier mehr Zeit als man denkt!

Weiter geht es mit den Tragflächen:
Die Tragflächenservos werden auf die Mittelstellung gebracht und entsprechend der Bedienungsanleitung eingebaut. Ebenfalls werden das Ruderhorn und die Anlenkung eingebaut.

Tipp
Nach dem Zusammenbau wollte ich den Ausschlag des Querruders testen und habe festgestellt, dass es extrem schwergängig ist und das Servo ordentlich was leisten muss.
Ich habe das Gestänge entfernt und das Ruder „gängig“ gemacht (also in beide Richtungen gebogen). Danach lief das System wesentlich besser. Bei Modellen wie dem Easy Glider konnte man diesen Tipp in de Bauanleitung noch unter dem Schlagwort „gängig machen“ finden.

Ankleben der Tragflächen
Zuerst wird das Querruderservo angeschlossen, danach wird die Tragfläche mit Sekundenkleber am Rumpf angeklebt. So verfährt man auch mit der anderen Seite.

Nun wird der Holm eingebaut.
Er wird einfach eingeschoben und mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt. Danach werden die Kabel der Querruderservos im Schlitz verlegt und die Servos mit der Hutze abgedeckt.

Das Höhenruder wird aufgeklebt, am besten peilt man von hinten über das Höhenruder auf das Querruder, so kann man es ausrichten. Noch das „Seitenruder“ drauf und wir sind fast fertig.

Zum Ausrichten des Seitenleitwerks wird ein Geodreieck empfohlen. Jedoch ist die Position durch die Führung schon so gut vorgegeben, dass eine Korrektur nicht nötig war.

Der Impeller
Zunächst wird der Regler in die Impellerabdeckung eingelegt. Die Kabel zum Motor müssen noch gekürzt werden (Kürzungsstelle ist durch den roten Strich zu erkennen)

Nachdem die Anschlüsse angelötet und der Impeller einen Probelauf hinter sich hat, wird die Impellereinheit eingebaut und laut Anleitung fixiert.


Danach sieht das ganze so aus:

So, nun werden sie Stromkabel zum Regler verlängert. Ich habe mich dazu entschieden, die Kabel nicht direkt zu löten, sonder 4 mm Goldstecker zu verwenden, Sollte der Impeller ausgebaut werden müssen, kann der Rest des Kabels im Modell verbleiben.

Die Impellereinheit wird in den Rumpf eingesetzt und mit Klebeband verklebt.

Nun werden der Empfänger sowie der Akku im Cockpit eingebaut. Die Position wird so gewählt, dass der Schwerpunkt passt.

Zur Fixierung des Akkus wurde noch etwas Styropor in die Kabinenhaube geklebt.

Anschließend wird noch das Dekor aufgebracht und die Kabinenhaube mit Edding ausgemalt. fertig.

Die Aufkleber halten perfekt auf dem Elapor und sorgen für ein gutes Outfit.

Ausschläge und Schwerpunkt wurden laut Bedienungsanleitung eingestellt.

Erstflug
Bevor der Handstart probiert wird, lieber mal mit etwas Schwung, damit nichts schief gehen kann…. etwas Anlauf, Motor an und ab geht es.

Obwohl der Erstflug an einem sehr windigen Tag durchgeführt wurde, zeigte sich das Modell von seiner besten Seite! Mit Vollgas stieg es zügig höher und höher. Der Schwerpunkt war perfekt vorgegeben, es musste nichts nachgetrimmt werden. Jedoch waren die Ausschläge  viel zu stark und mussten reduziert werden. Rollen und Loopings waren ohne Probleme möglich und der Landeanflug, ein Traum! Gas raus und schön langsam einschweben. Einfach und problemlos, zugegeben… ganz so einfach hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Zweiter Flug
Auch ein Handstart ist ohne Probleme möglich. Das Modell wird einem nicht gerade aus der Hand gezogen, aber er funktioniert tadellos! Wichtig ist nur, dass beim ersten Handstart die Trimmung bereits eingestellt ist…. Sollte das Modell dazu neigen, nach unten zu ziehen, bleibt eine Kollision mit dem Boden nicht aus!
Mit den reduzierten Ausschlägen war das Modell wesentlich ruhiger zu fliegen. Die Rollrate ist – wie zu erwarten bei einem Jet – extrem hoch. Nun konnte ich anfangen mit dem Impellerantieb zu spielen, da muss man erst mal etwas umdenken und schon vorher reagieren. Aber dank der Gutmütigkeit des Modells kam es auch hier nicht zu bösen Überraschungen und ich konnte den Flug mit einer Bilderbuchlandung beenden.

Messwerte

  • Maximale Stromaufnahme: 35,07 Ah
  • Durchschnittliche Stromaufnahme: ca. 28 A
  • Verbrauch pro Minute ca. 450 mAh
  • Flugzeit ca. 7 Minuten

Fazit
Das Modell ist sehr einfach zu bauen, alle Teile passen perfekt und der Schwerpunkt ist ideal vorgegeben. Handstarts sind ohne Probleme möglich und Landungen sind unkompliziert. Die Grundgeschwindigkeit des Twister ist nicht atemraubend, jedoch ausreichend. Letztendlich muss man berücksichtigen, dass es sich bei diesem Modell um einen Trainer handelt!
Das Flugbild des Modells ist sehr schön, einzig der graue Grundton kann bei grauem Himmel etwas zu Orientierungsproblemen führen. Meine Erwartungen – Einstieg Impellerjets – wurden alle samt erfüllt. Einzig die zu groß dimensionierten Ausschläge sind negativ aufgefallen. Für mich haben sich folgende Ausschläge und Expo-Werte bewährt (Graupner MX-16 Fernsteuerung):

Ausschlag (an der höchsten Stelle gemessen) Expo (Graupneranlage)
Höhenruder 0,7 cm 30 %
Querruder 1 cm 30 %

Ich kann das Modell uneingeschränkt empfehlen, wirklich ein schöner Jet-Trainer!

Aufstellung der Preise

Was Bezeichnung Preis
Regler Phönix 45 – Castle Creation 89,00 €
Empfänger RX-7-SYNTH DS-IPD 90,00 €
Akku LIPO SUN 22c 3s 100,00 €
Servos 3x MPX Nano-S ca. 50,00 €
Verlängerung 3x 30 cm Verlängerung ca. 10,00 €
Kleinteile Kabel und Stecker ca. 5,00 €
Modell Muliplex Twister ca. 140,00€
Summe 494,00 €


Steigflug zum Looping


Looping ganz oben

Vielen Dank an Markus Spreu für die schönen Bilder!

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