Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

DG – 1000

Technische Daten:
Spannweite: 2630mm
Länge: 1130mm
Profil: HQ3012
Flächeninhalt: 28,5dm²
Steuerung: ab 4 Kanal

Der Baukasten ist mit reichhaltigem Zubehör bestückt:

Die Gewichte der Einzelteile im Überblick:

Rumpf: 350g
Kabinenhaube: 38g
Tragfläche links: 213g
Tragfläche rechts: 199g
Höhenleitwerk: 41g
Seitenruder: 7g
2 Winklets: 52g
Kohleverbinder: 24g
Kleinteile: 40g
Gesamt: 965g

Folgende RC-Komponenten werden eingesetzt:

Motor: Magic Torque 35-11 150g
Regler: Magic Speed 42 45g
Akku: FP 3s2170mAh 178g
Seitenruderservo HS81MG 20g
Höhenruderservo: HS81MG 20g
Querruderservo: C2081 je 10g
Empfänger: SMC16Scan 20g

Außerdem werden benötigt:

Kabel, Stecker, Klebstoff, Schrumpfschlauch, Motorspant, Spinner und eine passende Luftschraube.

Messungen mit einer ACC 12*6,5“ Luftschraube im Stand ergaben folgende Messwerte:

Spannung Strom Leistung
10,1 V 40 A 404 W

Bei einem erwarteten Abfluggewicht von 1600g ergibt das eine Leistung von über 200 W/kg, welche Steigflüge mit bis zu 60° ermöglichen sollte. Ein ausreichender Wert 😉

Der Bau

Wie immer begann der Bau mit dem Durchlesen der Bauanleitung. Hierbei handelt es ich um eine DIN A3 Seite, auf der eine Explosionszeichnung des Modells zu sehen ist. Schwerpunkt ist angegeben, die Ruderausschläge hingegen nicht (dazu später mehr).

Zunächst wird die Kabinenhaube zurechtgeschnitten und verklebt. Hier sollte man etwas Zeit mitbringen, damit man am Ende ein ansehnliches Ergebnis erhält.

Weiter geht es mit der Fertigstellung der Tragflächen. Die Servos werden eingeschrumpft und das Anschlusskabel verlängert. Nach dem Entfernen der Folie im Servoausschnitt mit dem Lötkolben, kam eine Schnur zum Vorschein, mit der das Servokabel durchgezogen wird.

Jedoch konnte ich das Ende der Schnur nicht entdecken (lag in der Tragfläche), weshalb ich einfach ein Anlenkungsgestänge vom Seitenruder genommen habe und damit die Kabel durchzog.

Anschließend werden die Servos eingesetzt und die Anlenkung erstellt. Nun erfolgten das Einkleben der Servos und die Montage der Servoabdeckung mittels Klebeband.

Abschließend werden die Arretierungsstifte und die Flächenhalterung eingeklebt, sowie die Wingelts angepasst. Hierbei habe ich die Winglets jedoch entgegen der Anleitung nicht verklebt, sondern einen 2mm Kohlestab als Verdrehsicherung in das vordere Loch gesteckt und die Winglets mit Klebefilm fixiert. Dadurch kann man sie leicht abnehmen und somit vor Transportschäden schützen.

Die Schrauben zur Sicherung des Gestänges waren zu kurz und wurden durch etwas längere M3 Schrauben ersetzt.

Damit ist der Bau der Tragflächen bereits abgeschlossen. Weiter geht es mit dem Rumpf.

Als erstes habe ich das Höhenruderservo eingeschrumpft und das Servokabel verlängert. Danach wird das Servo eingesetzt und das Kabel nach vorne geführt. Abschließend wird das Servo eingeklebt und die Abdeckung mit Klebefilm angebracht.

Am Höhenleitwerk müssen noch die Ausschnitte von Folie befreit werden, dies geschieht am Besten mit dem Lötkolben. Mit aufgeschraubtem Höhenleitwerk wird die Höhenruderanlenkung erstellt.

Danach habe ich mich dem Einbau des Motors gewidmet. Da ein 40mm Spinner zum Einsatz kommen soll, muss die Nase entsprechend abgeschnitten werden.
Am Besten richtet man seinen Rumpf dafür auf dem Baubrett aus, so dass das Höhenleitwerk parallel und das Seiteleitwerk rechtwinklig zum Baubrett sind. Dadurch kann man nun den Sturz und Seitenzug einstellen. Zunächst muss jedoch auf einem Stück Karton ein Loch mit 40mm Innendurchmesser angefertigt werden, der über die Nase gestülpt wird.

Anschließend wird die Stelle markiert und abgeschnitten.

Nun wird der Motorspant samt M10 Schraube eingesetzt und ausgerichtet. Der Seitenzug sollte in Flugrichtung gesehen nach rechts zeigen. Ich habe 1° angenommen, einen genauen Wert gibt es nicht, da dieser von der Motorleistung abhängig ist. Zur Not kann man etwas Seiteruder dem Gas beimischen, so dass das Modell gerade nach oben steigt. Bei Motorsturz verhält sich das ganze ähnlich. Hier habe ich 3,5° Sturz eingestellt, evtl. Korrekturen werden später Senderseitig über das Höhenruder weggemischt. Nach dem die passende Stellung erreicht ist, wird der Spant mit Sekundenkleber fixiert und danach mit UHU Endfest 300 endgültig verklebt.

Nachdem der Kleber ausgetrocknet ist wird der Motor montiert und der Spinner angepasst, Dazu nimmt man ein Stück Holz/Metall und Schleifpapier mit einem Loch in der Mitte, welches dem Wellendurchmesser des Motors entspricht. Das ganze wird samt Spinner auf die Welle geschoben und solange am Rumpf geschliffen, bis der Übergang Rumpf-Spinner passt.

Nachdem Motor, Regler, Spinner und Luftschraube fest angebracht sind, wird die Tragfläche montiert und das Modell ausgewogen. Dadurch habe ich die optimale Position von Seitenruderservo, Flugakku und Empfänger herausgefunden.

 

Der Empfänger bekommt sein eigenes Brett, auf dem er befestigt wird.

Für den Akku wurde eigens eine Auflage aus 2mm Sperrholz angefertigt. Klettband und eine Klettschlaufe sorgen für sicheren Halt.

Die Antenne wird im Rumpf nach hinten verlegt.

Seitenruderanlenkung:

Die Kabinenhaubenhalterung habe ich entsprechend der Bauanleitung ausgeführt.

Endeinstellungen

Der Schwerpunkt wurde bei 36mm ausgewogen.

Wie bereits oben erwähnt wurden keine Angaben zu den Ruderausschlägen gemacht. Ich habe folgende Werte erflogen:

Höhenruder: oben 10mm / unten 5mm
Seitenruder:  25mm / 25mm
Querruder: oben 16mm / unten 8mm
Landeklappen: Quer oben 16mm / Höhenruder neutral

Nachdem die letzten Arbeiten erledigt waren, wurde der Dekorbogen aufgebracht:

Das Abfluggewicht beträgt 1492g.

Erstflug

An einem Tag mit Windstärken von 5-6m/s erfolgte der Erstflug. Der Motor zog die DG im Winkel von über 70Grad nach oben, so dass bereits nach 30sec. Motorlaufzeit eine Flughöhe von über 150m erreicht war. Das anschließende Absegeln der Höhe verlief ohne größere Probleme. Es zeigte sich allerdings, dass das Modell aufgrund der geringen Flächentiefe immer etwas Geschwindigkeit braucht, da sie sonst über die Tragfläche abkippt.
Aufgrund des starken Windes konnten noch keine genauen Aussagen über die Flugeigenschaften gemacht werden.
Eine Woche später war das Wetter dann perfekt, Null Wind und bewölkter Himmel. Der Steigwinkel beträgt immer noch gute 60Grad, der Motor zieht das Modell also gut nach oben. Ich musste noch 10% Tiefenruder bei Vollgas beimischen, da sich das Modell sonst zu steil anstellte. Nach dem Steigflug wurde erneut die Höhe abgesegelt. Ausgewogen war das Modell am vordersten Schwerpunkt (36mm), allerdings hat das Modell dabei eine leichte Tendenz Richtung Schwanzlastigkeit. Deshalb habe ich den Akku noch ein Stück nach vorne geschoben, bis ich mit dem Flugverhalten soweit zufrieden war. Loopings und Rollen sind kein Problem, jedoch biegen sich die Flächen bei hohen Geschwindigkeiten sowohl positiv, als auch negativ durch. Im Schnitt braucht man 30sec. für eine sehr gute Ausgangshöhe. Mit dem Akku sind somit 6-8 Steigflüge möglich. Flugzeiten von 30min+ sind an der Tagesordnung. Thermik habe ich bisher noch keine erwischt, so dass ich diesbezüglich keine Erfahrungen beisteuern kann.

Bei einem weiteren Testflug wurde der Flug leider abrupt beendet. Ich nahm etwas Fahrt auf, um einen Looping zu fliegen, als ich jedoch die DG in den Looping einleiten wollte brach der Flächenstab und das Modell kam mit einer sehr großen V-Form dem Boden entgegen. Die Landung erfolgte schlussendlich in einem 15m hohen Baum. Die DG 1000 konnte glücklicherweise geborgen werden, RC-Equipment war ohne Schaden davon gekommen.
Dafür hat der Flieger einige größere Schäden erlitten.

Der Übeltäter!!

Als Ursache für den Absturz haben wir den zu schwach dimensionierten Kohlestab ausgemacht. 10mm oder besser 12mm sind hier Pflicht. Deshalb unsere Empfehlung alle zukünftigen DG 1000 Piloten: Ersetzen Sie den CFK-Stab durch einen Stahlstab, dieser verbiegt sich höchstens, bricht aber nicht.

Leider kam der Absturz schon beim 4. Flug, so dass ich keine Flugbilder liefern kann.
Habe den Vorfall dem Hersteller mitgeteilt, da unserer Meinung nach hier ein Konstruktionsfehler vorliegt. Als Rückantwort kam bisher lediglich, das sie nicht von einem Konstruktionsfehler ausgehen, aber mit dem Hersteller noch mal Rücksprache halten wollen.

Mängelliste

Wer sich für 150€ ein chinesisches Produkt kauft, darf nicht erwarten, dass alles 100% zu einander passt. Bei der DG 1000 fielen einige Mängel auf:

  1. Klemmschraube der Gestängeanschlüsse um 2mm zu kurz
  2. Sperrholzrahmen im Rumpf musste nachgeklebt werden

  1. Passgenauigkeit der Wingelts mehr schlecht als recht
  2. Kohlestab müsste größer dimensioniert sein (bitte durch einen 6mm Stahlstab ersetzen!!!)
  3. Übergang Tragfläche-Rumpf auf der linken Seite wies einen Spalt von 3mm an der Endleiste auf.

Kostenübersicht

Name Hersteller Preis (UVP)
DG 1000 Baukasten
3s1p FP 2170mAh 35C
HS81MG
HS81MG
C2081
C2081
SMC16 Scan
Magic Torque 35-11
Magic Speed 42
Spinner 40mm
Zubehör (LS, Kabel, …)
JSB GmbH
Flight Power/Hacker
Hitec
Hitec
Graupner
Graupner
Graupner
Simprop
Simprop
Simprop
Diverse
150€
75€
25€
25€
20€
20€
70€
45€
70€
20€
30€
Gesamt ca. 550€

Fazit

Die Leistung des Motors ist mehr als ausreichend. Ein Motor der 200 – 300W Klasse reicht völlig aus. Die DG ist kein Thermikschleicher, etwas Fahrt ist immer gut. Aufgrund des geringen Gewichtes fehlt es dem Modell an Durchzug. Schnelle Platzüberflüge sind möglich, doch nach der ersten Kurve ist die Fahrt bereits wieder weg und die umgesetzte Höhe sehr gering.  Im Segelflug macht die DG eine sehr gute Figur, wenn sie auch kein Thermikschleicher ist, etwas Fahrt braucht es also immer. Auch die Optik ist Klasse – in der Luft wirkt sie 1-2 Nummern größer. Mit hochgestellten Querrudern kann sehr schnell die Höhe abgebaut werden. Derzeit komme ich allerdings immer etwas zu schnell zur Landung herein, so dass „Bei Fuß“ Landungen noch nicht optimal gelingen, aber es wird immer besser.

Für 150€ bekommt man einen guten ARF-Baukasten. Einzig mit der Wahl des 6mm Kohlestabs als Flächenverbinder kann ich mich nicht anfreunden, 10mm oder gar 12mm wären hier angebracht gewesen, denn dadurch würde das Einsatzgebiet der DG 1000 noch größer. Leider hat dieser Umstand zu einem Absturz geführt, weshalb hier noch mal eindringlich darauf hingewiesen sei, dass man einen 6mm Stahlstab einsetzen sollte.
Der Bau hingegen ging flüssig von der Hand und nach wenigen Baustunden hat man eine schön anzusehende DG 1000 in Händen. Auch der Umbau auf Elektroantrieb in Eigenregie war schnell erledigt.

Ich kann das Modell eingeschränkt weiterempfehlen. Einzig an den  Speed- und Kunstflug sollte man bedacht herangehen.

News:
Ein Leser berichtete uns, dass die Modelle nun mit einem Stahlstab anstatt den CFK Flächenverbindungsstab ausgeliefert werden.
Interessenten dieses Modells sollten also vor der Bestellung nachfragen, aus welchem Material der Flächenstab ist.

Vielen Dank an Patrick Scholze für dieses Update

468 ad
Werbung
Werbung