Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

eHawk 2000 Pro

Features:

– GFK Rumpf und Tragflächen
– 2° V-Stellung
– Effiziente 11×8” Klappluftschraube
– Abnehmbare Tragflächen
– Abnehmbares Leitwerk
– Modifiziertes MH-32 Tragflächenprofil
– 2 Servos für Querruder vorgesehen
– Servoschacht für Micro und Mini Servos leicht zugänglich, Abdeckung für geringen Luftwiderstand
– Hervorragende Kunstflugeigenschaften

Der eHawk 2000 Pro wird von Thunder Tiger als Segel, bzw. Elektrohotliner in Voll-GFK Bauweise angepriesen.

Ein Blick in den Lieferumfang zeigt, dass bis auf das RC, alle benötigten Kleinteile enthalten sind. Ebenso liegen ein Dekorbogen sowie Bauanleitung und Anleitungen für Motor und Regler bei. Die Bauanleitung ist in englischer Sprache und mit zahlreichen schwarz/weiß Bildern versehen, so dass man auch ohne Englischkenntnisse das Modell fertig stellen kann. Trotzdem ist eine deutsche Anleitung wünschenswert, gibt es doch einigen Stellen, bei denen man nur anhand des Bildes schwer weiter kommt.

 

Lieferumfang:



Der Rumpf ist Nahtfrei überlackiert:

Die Tragflächen bestehen aus Balsaholz, welches mit GFK überzogen ist:

 

Höhenleitwerk:

Diverse Kleinteilebeutel:

Bauanleitung und Anleitung/Datenblätter für Motor und Regler:

Brushless Außenläufer mit 196g Gewicht und 40A Regler

Kaufteile: 3 Stück HS 82MG, SMC16Scan Empfänger, 3s3200mAh Lipo

 

Technische Daten des eHawk 2000 Pro

Spannweite:                 1985mm
Länge:                         1180mm
Tragflächeninhalt:          36,5dm²
Gewicht Segler             1850-2100g
Flächenbelastung:         52g/dm2
Motor:                          OBL 36 Brushless
Kanäle:                        Quer, Höhe, Motor

Baubeginn
Gewichte 

 

Tragfläche links 241g
Tragfläche rechts 242g
Rumpf 301g
Höhenleitwerk 68g
Kabinenhaube 13g
CFK Stab (Flächenverbinder) 21g
Zubehör (Original verpackt) 200g
Motor 196g
Regler 33g
Servos 3x18g
Akku 270g
Empfänger 16g
Gesamt 1655g

Tragflächen

Im ersten Schritt mussten die Querruder herausgeschnitten werden. Dabei stellte sich heraus, dass eine der beiden Tragflächen im Bereich der Querruderausschnitte teilweise schlecht verklebt war. Die offenen Stellen wurden mit Harz nachgeklebt.

Außerdem war die Markierung auf der Oberseite zum Austrennen der Querruder um 3mm falsch gesetzt. Bei der anderen Tragfläche waren die Verklebungen und die Markierung jedoch perfekt.

Anscharniert werden die Ruder über beiliegende Klebebänder. Dazu empfiehlt es sich, die Ruder mit Wäscheklammern zu fixieren, so ist ein exaktes Ausrichten möglich.

Als nächstes werden die Servos eingebaut. Dazu liegen dem Baukasten Servohalterungen bei. Diese verfügen über unterschiedliche Distanzstücke, so dass verschiedene Servogrößen zum Einsatz kommen können.In meinem Fall sind es HS82MG, welche perfekt passen.

Eine Änderung nahm ich bei der Befestigung der Servorahmen vor. Die Servorahmen sind dünner als die Tragfläche, so dass im ersten Schritt Markierungen angebracht werden, um die Einbautiefe zu bestimmen.

Nun soll mit Sperrholzringen der Rahmen hängend eingeklebt werden. Dies sagte mir jedoch nicht zu, stattdessen habe ich ein 3mm Sperrholzbrett zurechtgesägt und in die Tragfläche geklebt. Diese Dicke ist ideal, so dass nach einkleben des Rahmens und der Montage der Abdeckung, selbige bündig aufliegt.

Die Servokabel werden um 15cm verlängert und anschließend mit Hilfe eines dünnen Drahtes durch die Tragfläche gezogen. Nach der Nullstellung der Servos werden die Servohörner montiert und die Servos eingesetzt.

Als Ruderhorn kommt eine Augenschraube zum Einsatz. Am Ruder wird dazu ein Loch gebohrt und die Augenschraube eingedreht, bis diese noch 13mm heraussteht. Dabei hat sich in der Anleitung ein Fehler eingeschlichen. Laut Anleitung soll das Gewinde 13mm herausschauen, da aber das Gewinde nur 13mm lang ist, müsste man die Augenschraube bündig auf das Ruder kleben, was jedoch aufgrund zu geringer Klebefläche zu keinem brauchbaren Ergebnis führt. Stattdessen wurde die Augenschraube soweit eingedreht, bis der Abstand vom Ruder zur Bohrung der Augenschraube 13mm betrug.

Als Anlenkungsgestänge kommt eine M2 Gewindestange mit beidseitig aufgedrehtem Gabelkopf samt Sicherungsmutter zum Einsatz. Dies ermöglicht eine feinfühlige und spielfreie Einstellung.

Am Servodeckel wird ein Stück Schaumstoff aufgeklebt, welches auf das Servo drückt. Leider musste am Deckel im Bereich der Gestänge ein Stück abgeschnitten werden, da ansonsten kein Ausschlag nach unten möglich gewesen wäre.

Abschließend werden noch CFK Rohre an der Flächenwurzel zur Verdrehsicherung eingeklebt.

Als Flächenverbinder kommt ein 8mm CFK Stab zum Einsatz. Dieser ist jedoch 0,1mm zu dick, sowie 1,5cm zu lang. Letzteres lässt sich mit einer Säge schnell beheben. Der zu große Außendurchmesser muss herunter geschliffen werden. Dies ist aber bei 30cm Länge eine mühsählige Arbeit, weshalb ich mir im Drachengeschäft einen passenden 7,95mm CFK-Stab besorgt habe.

 

Rumpf

Als erstes müssen die Bohrungen für die Flächenarretierungen auf 4mm aufgebohrt und angepasst werden. Die Tragflächen passen ohne Spalt an die Anformung. Die Befestigung erfolgt über beiliegendes Klebeband.

Da ein Elektromotor eingebaut werden soll, muss die Nase ab. Eine passende Schablone liegt bei. Dies muss noch zu Recht geschnitten werden. Es sind bereits Sturz und Zug eingearbeitet. Zum Ausrichten der Schablone verfügt diese über eine kleine Ausbeulung. Diese muss sich oben am Rumpf befinden. Die Trennstelle wird mit einem Stift markiert und abschließend abgesägt.

Der beiliegende Motorspant verfügt bereits über Bohrungen zur Motoraufnahme. Dieser wird mit Epoxid Harz eingeklebt. Um einen sauberen Übergang zu erhalten, wird bei montiertem Motor und unter zu Hilfenahme des Spinners der Frontbereich zu Recht geschliffen.

Kühlluft Ein- und Auslässe werden angebracht:

Im nächsten Schritt wird das Heck fertig gestellt. Das Leitwerk ist schraubbar ausgeführt. Die Passung am Rumpf ist stramm und sorgt somit für sicheren halt. Vor dem Einbau wird jedoch noch das Höhenruder abgeschnitten und wie bei den Tagflächen mit Klebeband anscharniert.

Eine passende Aluhülse sorgt für eine sichere Führung der Schraube. Am Leitwerk wird eine Einschlagmutter eingeklebt.

Die Anleitung sieht vor, das Höhenruderservo mittels doppelseitigem Klebeband in den Rumpf zu kleben, Dieses Verfahren findet man in letzter Zeit immer häufiger bei Segelflugmodellen. Mich konnte dies aber noch nicht überzeugen, denn gerade im Sommer bei Lagerung im Auto bei höheren Temperaturen kann sich die Klebekraft verschlechtern. Stattdessen klebe ich das Servo mit Epoxid Harz in den Rumpf. Zur einfacheren Demontage wird es zuvor in Schrumpfschlauch eingeschrumpft. Das Servokabel wurde um 60cm verlängert. Zur Anlenkung wird wieder eine Augenschraube in das Ruder geklebt und mittels Gestänge und Gabelkopf mit dem Ruderhorn spielfrei verbunden. Vor dem Einkleben des Servos sollte man jedoch zunächst alles trocken einbauen, denn bei meinem Exemplar versperrte das Aluröhrchen den Weg für den Gabelkopf. Bei genauem hinschauen sieht man, dass am Rumpf Klebereste waren, welche abgeschliffen werden müssen. Der Servoschacht wird mit beiliegendem Zubehör verschlossen.

Die Kabinenhaube erhält einen Stahldrahtschnellverschluss, um einen schnellen Akkuwechsel zu ermöglichen. Hierzu bietet es sich an, am Rumpf zwei kleine Einkerbungen anzubringen, um einen guten Sitz zu garantieren.

Nun bleibt nur noch das Akkubrett einzukleben. Dazu werden die Tragflächen montiert, Motor, Regler und Empfänger platziert und der Akku so positioniert, dass der Schwerpunkt eingehalten werden kann. Dabei musste ich mit entsetzen feststellen, dass ein nicht gerade geringe Masse von 130g in Form von Blei benötigt wird, um das Modell von der Schwanzlastigkeit zu befreien. Da ich das Akkubrett nicht einkleben wollte, um nachträglich die Bleimengen darunter verstauen zu können, wurde dies mit einem eingeklebten Sperrholzbrett verschraubt. Der Empfänger wird mit Klettband auf dem Akkubrett befestigt. Für die Querruderservos kommen 25cm lange Servokabelverlängerungen zum Einsatz.

Die Fixierung des Akkus erfolgt über Klettband und einen Mehrwegkabelbinder. Dies gewährleistet einen sicheren Halt bei gleichzeitig schnellem Akkuwechsel.

 

Abschließend kann der Dekorbogen aufgebracht werden. Beim Wiegen blieb die Waage bei 1750g stehen. Da das Modell komplett in Weiß gehalten ist, steht jedem frei, das Modell nach eigenem Ermessen zu verschönern.

Vor dem Erstflug wurden zunächst der Regler programmiert und die Ruderausschläge eingestellt.  Die Programmierung des Reglers erfolgt über den Sender und umfasst folgende Einstellmöglichkeiten:

– Akkuschutz

– Motor Timing

– Brems Mode

– Gasannahme

– Flug Mode

Innherhalb weniger Minuten waren die Werte eingestellt. Bei der Einstellung der Ruder musste ich feststellen, dass die in der Anleitung angegeben Ausschläge nicht möglich waren. Dies liegt zum großen Teil daran, dass in der Anleitung die Position der Augenschrauben falsch angegeben wurde, denn diese müssen nicht lotrecht zur Ruderunterseite, sondern im Winkel von etwa 45° angebracht werden. Hätte ich dies so gemacht, wären nicht nur größere Ausschläge möglich, auch die Servosabdeckung hätte ohne Änderungen sofort gepasst.

Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, sind doch folgende Ruderwege möglich:

Querruder: +15mm/-7,5mm

Höhenruder: +- 12mm

Landeklappen: +15mm / Tiefenruderbeimischung: 1-2mm

 

Vor dem Start wurde noch der Antrieb vermessen:

Strom: 35A

Spannung: 9,6V

Leistung: 336W

 

Bei einem Abfluggewicht von 1750g entspricht dies einer Leistung von 192W/kg. Der geneigte Leser weiß, dass dies für einen Segler zwar zum sicheren Steigen im Winkel von 45° reichen wird, doch Hotlinerfeeling kommen bei diesen Leistungen leider keine auf. Durch den 40A Regler bleibt einem nur die Aufrüstung durch einen 4s Lipo.

 

Messwerte:
Grafiken können durck Klick vergrößert werden.



Strom und Spannung



Leistung und Höhe

Erstflug
Für den Erstflug warf ein Vereinskollege den eHawk. Die Steigleistung beträgt, wie zu erwarten war, etwa 45 Grad. Nach einigen Sekunden war eine ausreichende Höhe erflogen und es ging im Segelflug weiter. Auszutrimmen gab es wenig. Dem Motor musste nur wenige Prozent (5%) Tiefenruder beigemischt werden.
Ein abruptes Ende nahm der Erstflug, als der Motor nicht mehr anlaufen wollte. Nach geglückter Platzlandung, stellte ich fest, dass der Motor blockierte. Dies lag daran, da sich Wicklungen zwischen Stator und den Magneten verfangen hatten. Auch hatte sich die Statorplatte vom Stator gelöst. Thunder Tiger schickte kostenlos einen Ersatzmotor. Nach nicht einmal 1 Woche war er da.
Mit neuem Motor ging es an den Zweitflug, diesmal lief der Motor ohne Probleme, so dass weitere Testflüge absolviert werden konnten. Beim Anstechen im 45Grad Sturzflug fängt sich das Modell leicht ab. Schwerpunkt und EWD stimmen soweit. Auch die Ausschläge sind angemessen. Um die Festigkeit zu prüfen wurde das Modell aus verschiedenen Höhen mit ausgeschaltetem Motor senkrecht Richtung Erdboden gedrückt. Selbst aus 150m zeigt sich bei einem Abfangbogen von 20m kein nachgeben der Tragflächen. Das Modell nimmt bei neutraler Trimmung immer etwas die Nase nach unten, um die Geschwindigkeit zu halten. Aber auch ausgedehnte Segelflüge sind möglich, dazu muss etwas Höhe getrimmt werden. Das Abschmierverhalten ist gutmütig, nach dem Stillstand in der Luft kippt es nur leicht zur Seite weg. Der Höhenverlust dabei ist minimal. Diese Gutmütigkeit kommt dem Modell auch beim Landen zu gute. Denn das Modell hat eine hohe Grundgeschwindigkeit, die vor der Landung erst mal etwas abgebaut werden muss, um nicht nach dem Aufsetzen über den ganzen Platz zu schlittern. Die als Ladeklappen nach oben ausfahrenden Querruder bremsen das Modell ab und ermöglichen mit etwas Übung Punktlandungen vor den Füßen. Aufgrund der falsch eingeklebten Augenschrauben sind mit den Querrudern nicht die laut Anleitung empfohlenen Ausschläge möglich, so dass die Landung etwas weiträumiger erfolgen werden muss.
Die Motorlaufzeit beträgt mit dem 3200mAh Akku 4min. Die Steigleistung liegt bei gemessenen 8m/s. Aufgrund der geringen Motorleistung macht das Modell besonders bei eingeschaltetem Motor Laune, selbst nach Minuten langen Vollgaseinlagen ist der Motor mit 50Grad nur leicht erwärmt, die Luftein- und Auslässe müssen dafür natürlich freigeschnitten werden. Mit der angebotenen Motorisierung ist das Modell eher als Softliner beim Steigen unterwegs, abwärts pfeift es schön und dank der großen Ruderausschläge sind auch engere Manöver schnell zu fliegen. Die Flugeigenschaften sind ausgewogen und Gutmütig. Wer mehr (Steig-)Leistung will, muss den Antriebsstrang aufrüsten.

 

 

 

Fazit:
Der Vorfertigungsgrad ist auf den ersten Blick sehr gut, doch sind einige Nacharbeiten notwendig. Die Qualität des Modells ist gut, der Rumpf stabil gebaut. Schlecht verklebte Querruder und ein zu dicker Flächenstab trüben etwas die Freude, auch wenn die Fehler schnell behoben werden konnten. Eine deutschsprachige Anleitung wäre Wünschenswert. Der Bau kann von jedem geübten Modellbauer in wenigen Bauabenden abgeschlossen werden. Dass das Gesamtkonzept bei diesem Modell nicht stimmt, zeigt der Einsatz von 150g Blei in der Schnauze, ohne dabei großartig von der RC-Empfehlung des Herstellers abgewichen zu sein. Auch der Elektromotor lässt aufgrund des hohen Abfluggewichtes in Kombination mit einem 40A Regler keine hohen Steigleistungen zu. Der Preis für das Modell ist mit rund 400€ für das Set nicht gerade günstig.. Für um 320€ gibt es das Modell ohne Antriebsset im Handel. Ein Blick zur Konkurrenz (FVK, Simprop) zeigt, dass er preislich nicht sonderlich aus dem Rahmen fällt. Dafür ist das Modell äußerst stabil, Vollgasfest mit dem mitgelieferten Antriebsstrang, so dass auch eine Aufrüstung durch einen stärkeren Antrieb problemlos empfohlen werden kann.

 

 

 

 

468 ad
Werbung
Werbung