Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Mini Excel von Simprop (ARF)

Mini Excel von Simprop (ARF)
Technische Daten
Spannweite: 1872 mm
Länge: 1035 mm
Profil: HN 1033
Tragflächeninhalt: 29.9 dm²
Gewicht: ab 950 g


Der Bau

Der Bau beginnt mit dem Studium der Bauanleitung. Dieser liegt dem Baukasten in Form eines DIN A2-Blattes bei. Der Bau ist in Wort und Bild erläutert. Auch einem wenig geübten Modellbauer gelingt das Modell damit im Nu.

Das Modell kann sowohl als reiner Segler wie auch als E-Segler aufgebaut werden. Ich habe mich für Letzteres entschieden, so dass zunächst die Nase abgeschnitten werden musste.
Die entsprechende Markierung ist bereits angeformt, so dass mit einer Säge die Schnauze rasch entfernt werden kann ist. Hierbei wurden schon Zug und Sturz berücksichtigt, welche je nach Antrieb anschließend etwas korrigiert werden können.

Als nächstes wurde der Motorspant angebracht. Bei Zuhilfenahme einer M10er Schraube kann man ihn stramm einpassen. Je nach Antrieb sollte man nun darauf achten, dass die Schraubenlöcher am Motorspant richtig sitzen, so dass später die Kabelführung keine Probleme bereitet. Da ich einen 350W-Antrieb verbaue, habe ich noch zusätzlich 1° Sturz angebracht. Ist der Spant ausgerichtet, wird er mit ein paar Tropfen Sekundenkleber fixiert, die Schraube wieder entnommen und anschließend der Spant großzügig von Innen mit Uhu Endfest 300 eingeklebt.

Am nächst Tag wurde der Motor eingebaut und der Spinner angepasst. Dazu nimmt man am Besten ein Holzstück mit aufgeklebtem Schmirgelpapier und passenden Bohrungen in der Mitte. Dieses wird zusammen mit dem Spinner auf die Welle geschoben und per Hand gedreht, bis man einen perfekten Übergang erhält

Da ich einen Turbospinner verwende, wurden die Lufthutzen seitlich am Rumpf im Motorbereich nicht geöffnet. Damit aber die Luft wieder heraus kommt, wurden im Heckbereich zwei Öffnungen angebracht.

Danach ging es mit der Fertigstellung des V-Leitwerks weiter. Zunächst wurden die Ruderhörner entsprechend Anleitung montiert.

Nun kann das Leitwerk samt Winkellehre in den Rumpf eingeschoben werden.

Mit einem 1,5-mm-Bohrer habe ich die Position für die Durchgangsbohrung der Befestigungsschraube markiert. Anschließend wieder alles entnehmen und die Löcher am Leitwerk und dem Sperrholzteil auf 3,2 mm aufbohren.

Alles wieder montieren und die Passgenauigkeit kontrollieren. Evtl. die Bohrungen nacharbeiten. Um das Sperrholzteil nicht zu verlieren, habe ich es an den Rumpf geklebt. Während der Trocknung das Leitwerk montieren und die Schraube mit Öl einreiben, nicht dass sie festklebt.

Um später die Position der RC-Komponenten im Rumpf  herausfinden zu können, um ohne Bleizugabe den Schwerpunkt zu erreichen, habe ich nun die Tragflächen fertiggestellt. Außer dem Einbau der Servos und der Anlenkung gibt es hier ja nichts weiter zu tun. Also wurden zunächst die Servokabel verlängert und eingezogen. Simprop sieht vor, die Servos mit Power-Strips zu befestigen, dies gefällt mit jedoch überhaupt nicht, weshalb ich die Servos in Schrumpfschlauch eingeschrumpft und anschließend mit 5-min-Epoxid verklebt habe. Wichtig ist hierbei, den Schrumpfschlauch gut aufzurauen und die Reste des Styropors in der Tragfläche vom Abachi zu entfernen. Vor dem Einkleben nicht vergessen, die Servos neutral zu stellen und den Servohebel aufzubohren. Abschließend werden die Rüderhörner sowie Gestänge angebracht und die Servoabdeckungen mit Klebefilm aufgesetzt.

Damit ich den Flächenverbinder (6-mm-Stahl) nicht aus Versehen vergesse oder gar verliere, habe ich diesen in eine Tragflächenhälfte geklebt.  Dazu musste ich jedoch den Verbinder an den Enden nachfeilen, da er nicht in die Tragflächenaufnahme passen wollte (sind aber nur wenige hundertstel mm).

Zudem brachte ich an der rechten Tragflächenunterseite einen neongelben Klebestreifen auf, so dass die Fluglage in der Luft besser zu erkennen ist.

Die Stahldrähte für die Leitwerksanlenkung wurden mit den Gewindelöthülsen verlötet und in die im Rumpf bereits eingeklebten Bowdenzüge eingezogen.

Mit der Montage des Sperrholzinnenausbaus ging es nun weiter.

Die einzelnen Sperrholzteile wurden mit Sekundenkleber geklebt und anschließend probeweise in den Rumpf geschoben. Empfänger, Servos, Regler und Akku wurden an die gedachten Plätze gelegt und der Schwerpunkt ausgewogen. Aufgrund des doch sehr leichten Akkus, muss die Akkurutsche ein paar Zentimeter weiter vorne positioniert werden als vorgesehen.
Nun wurden die Servos auf dem Akkubrett aufgeklebt und der Empfänger festgeklettet.

Der Regler wird ebenfalls mit Klettband fixiert.

Nachdem die Akkurutsche im Rumpf angebracht war, stellt sich heraus, dass dies im hinteren Bereich herumrutscht und somit die Servos immer am Wandern sind. Deshalb wurde die Akkurutsche im hinteren Bereich mit dem Rumpf verklebt – nur so ist eine spielfreie Anlenkung des V-Leitwerks möglich. Mit einer 90-Grad-Biegung werden die Stahldrähte in den Ruderhörner eingehängt.

Zum Schutz des Rumpfes wurde auf der Unterseite im Front und Heckbereich ein Streifen Strapping Tape angebracht.

Die Empfängerantenne verläuft im Rumpf und wird kurz vor Rumpfende heraus- und wieder ein Stück nach vorne geführt, so dass sie sich nicht in der Anlenkung verhaken kann.

Zum Schluss musste noch die Kabinenhaube angebracht werden. Diese ist bereits passgenau ausgeschnitten und auch ein Führungsröhrchen für den Stahldraht war schon aufgeklebt. Der Stahldraht wurde entsprechend Anleitung gebogen und verklebt.

Im vorderen Rumpfbereich wird der Platz optimal ausgenutzt. Auf Grund der rotierenden Motorglocke sollten die Kabel sicher fixiert werden. Der Akku wird mit Klettband und einer Klettschlaufe, welche auch die Akkukabel hinten hält, montiert.

Deckel zu, alles passt!

Aufgrund der zweiteiligen Tragfläche ist ein kleiner Spalt zwischen den beiden Flächenhälften immer vorhanden. Wer will, kann vor jedem Flug die Tragflächen mit Klebefilm verbinden, jedoch merkt man  im Flug keinen Unterschied.

Nach wenigen Baustunden ist der Mini Excel bereits fertig. Das Abfluggewicht beträgt 1.213 g.
Gewichtsbilanz:

Rumpf 545 g
Tragfläche links 230 g
Tragfläche rechts inkl. Verbinder 260 g
Akku 178 g

Zur Schwerpunktermittlung befindet sich seitlich am Rumpf bereits eine Markierung, so dass das Auswiegen sehr schnell vonstatten geht und ggf. vor Ort kontrolliert/verändert werden kann
Der Motor zieht im Stand knapp 40 A, dabei hat der Akku noch eine Spannung von 10,1 V. Die Leistungsaufnahme im Stand beträgt also 404 W.

Fazit Bau:
Beim Bau traten keine größeren Mängel auf – einzig der Flächenverbinder musste an den Enden nachgefeilt werden, da er schlecht entgratet war. Zudem liegt die doch recht lange Akkurutsche nicht fest im Rumpf, weshalb ich sie am Ende mit dem Rumpf verklebt habe.

Die Qualität des Rumpfes ist sehr gut und macht einen stabilen Eindruck. Auch die Folie ist auf den Tragflächen und dem V-Leitwerk sauber aufgebracht und bedarf keinerlei Nacharbeit. Dem Baukasten liegen alle benötigten Kleinteile für die Anlenkung und den Motoreinbau bei, man muss nur noch Klebstoff, Stecker und Verlängerungskabel kaufen. Die CFK-Kabinenhaube rundet das Gesamtpaket ab.
Man hat es also mit einem Simprop Typischen Modell zu tun, bei dem alles fast 100protzentig zueinander passt. Ähnlich gute Erfahrungen habe ich auch schon mit den Modellen Lift Off, Lift Off xxs, Big Excel sowie Signo aus selbem Hause gemacht.

Erstflug
An einem sonnigen und ruhigen Samstagnachmittag fand der Erstflug statt. Da der Antriebsstrang bereits in der DG 1000http://www.flugleiter.de/Berichte/Segler/DG1000.php  zum Einsatz kam, wusste ich, dass der Motor nicht lange zu tun hat, um den Mini Excel auf Höhe zu bringen. Mit einem kleinen Schubs wird das Modell in die Luft frei gegeben und zieht nun senkrecht nach oben. Nachdem der Motor wieder ausgeschaltet war, begann ich mit den typischen Erstflugtests. Zunächst wurde das Modell ausgetrimmt, danach der Schwerpunkt mit dem Bogentest ausgetestet. Abschließend wurde das Höhenruder langsam voll durchgezogen, kurz vor dem Stillstand kippte der Mini Excel über die rechte Tragfläche ab.  Da alle Tests zu voller Zufriedenheit erledigt werden konnten, ging ich noch auf Thermiksuche. Da das Wetter perfekt passte, dauerte es auch nicht lange, bis ich mit den Bussarden kreiste. Zum Abschluss wurde die erreichte Höhe mit Kunstflugeinlagen abgebaut. Rollen gehen sehr schön, beim Rückenflug muss allerdings kräftig gedrückt werden. Die Tragflächen zeigen keinerlei Tendenz zum Durchbiegen. Der Erstflug wurde nach 20 Minuten beendet. In den Akku wurden danach gerade mal 1056 mAh nachgeladen. Zum Tagesabschluss flog ich den Mini Excel noch mal in der Abenddämmerung und beendete diesen Flug nach über 45 Minuten.

Am nächsten Tag war ähnlich gutes Wetter wie am Vortag, so dass Flüge von mindestens 30 Minuten anstanden – trotz einiger Kunstflugeinlagen.

Eine Woche später spielte das Wetter nicht mehr so mit, es war kälter und vor allem windiger, doch dem Mini Excel machte das weniger aus als dem Piloten. Trotz teilweise starker Böen liegt der Mini Excel ruhig in der Luft und folgt den Anweisungen des Piloten. Auch bei diesem Wetter konnte ich ohne Mühe Flugzeiten von über 30 Minuten. erreichen. Es macht richtig Laune, mit dem Mini Excel mit dem Wind zu spielen. Aufgrund des geringen Gewichtes muss man ab und an etwas nachdrücken, da er sonst auf der Stelle stehen bliebe. Trotzdem sind Rollen auch gegen den Wind möglich. Mit Wind über den Platz schießen macht bei diesem Wetter besonders Spaß. Einzig die Landung ist bei starken Winden immer etwas heikel, doch mit dem Mini Excel kein Problem. Die Landeklappen bauen schön die Höhe ab, allerdings sollte man das Modell immer etwas gedrückt halten, nicht das es über die Tragfläche abkippt.  Mit diesen Flugeigenschaften fühlt sich der Mini Excel auch am Hang pudelwohl. Mit einer Akkuladung sind 8-10 Steigflüge bei jeweils ca. 20 Sekunden. Motorlaufzeit möglich. Dabei wird die ‚80-ProzentRegel’ der Lipos (nicht mehr als 80% der Nennkapazität entnehmen) sicher eingehalten.
Der Mini Excel ist somit ein idealer Allrounder. Sicher gibt es bessere Floater und auch schnellere Hotliner, doch wer ein Alltagsmodell für jeden Wind und jede Wetterlage sucht, ist mit dem Mini Excel bestens bedient.

Messwerte:
Durch Anklicken der Grafiken können diese vergrößert werden.


Bild 1: Höhenmessung

Im ersten Steigflug wurde eine Höhe von 296 Meter erreicht. Der anschließende Segelflug lag bei über 9 Minuten. Insgesamt dauerte der Flug 41:28 Minuten.


Bild 2: Steigrate

Der MiniExcel steigt mit knapp 15 m/s dem Himmel entgegen. Die Sinkrate liegt im Schnitt bei 1m/s. Lange Flugzeiten sind somit garantiert.


468 ad
Werbung
Werbung