Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Omei von Jamara

Technische Daten:

  • Spannweite: ca. 1900 mm
  • Länge: ca. 1026 mm
  • Flächeninhalt: ca. 29 qdm
  • Gewicht: ca. 650 gr leer (1.240gr Abfluggewicht)
  • RC: 3 Kanal/3 Servos

Lieferumfang:

  • GFK-Rumpf, weiß eingefärbt
  • Tragfläche und Höhenleitwerk in konventioneller Rippenbauweise bespannt
  • bereits zugeschnittene und getönte Kabinenhaube
  • 600er Motor
  • Alu-Motorspant
  • alle zur Montage erforderlichen Zubehör
  • Bauanleitung
  • Dekorbogen

RC-Komponenten und Antriebsstrand

  • 2 x 9 Gramm Micro High End Servos für die Querruder
  • 1 x Naro Max BB Servo für das Höheruder
  • R 16 Scan Empfänger
  • E-Motor Magnum A2814/6 BL
  • Flugregler Xenon Eco 40 A
  • LiPoSun 11,1V 3200mAh 22c Akku
  • 10.5 x 6 Klappluftschraubenblätter
  • 40 mm Aluspinner für 5mm Welle

Was wird für den Bau benötigt??

  • Kombizange
  • Sekundenkleber
  • 5-Minuten-Epoxydharz (ggf. Baumwollflocken)
  • Lötkolben
  • Seitenschneider
  • Schraubendreher
  • 3 x 10 mm Schrauben
  • 2-mm-Sperrholz für den neuen Motorspant
  • 2 Meter dreiadriges Servokabel
  • 2 Multiplex Stecker und Buchsen

 

Baustart, Vorbereitung der RC-Komponenten

Regler:
Zunächst werden die 4-mm-Goldbuchsen sowie eine Multiplexbuchse an den Regler gelötet.

Motor:
Auch hier werden die 4-mm-Goldstecker angelötet. Da der Motor für eine Heckmontage vorgesehen ist, muss die Antriebswelle gelöst und entsprechend montiert werden. Dank der Fixierung der Welle durch Imbussschrauben stellt dies kein Problem dar.

Akku:
Am Akku wird ein Multiplex Hochstromstecker angelötet. Da die Kabel des Akkus recht dick sind (22C) muss hier sehr sauber bearbeitet werden. Eine so genannte „dritte Hand“ ist hierbei sehr hilfreich.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann der eigentliche Bau des Modells beginnen.

Der Bau des ARF Modells beschränkt sich auf wenige Arbeitsschritte, welche nach Bauplan erfolgen. Im folgenden Abschnitt sind ein paar Tipps sowie Ergänzungen zur Bauanleitung zu finden.

Einbau der Querruderservos
Vor dem Einbau der Servos sowie deren Anlenkung sollte geprüft werden, ob der mögliche Ausschlag der Querruder ausreicht. Falls nicht, kann hier durch Erhitzen der Querruderkante mit einem Fön etwas nachgeholfen werden. Nach dem Erhitzen werden die Querruder entsprechend gebogen und gehalten, bis die Folie wieder abgekühlt ist.

Die Servoschächte sind bereits vorbereitet und mit Folie bespannt. Die Servos müssen lediglich noch eingeklebt werden. Hierfür wird doppelseitiges Klebeband verwendet. Anschließend werden die Servos noch mit Balsaholzklötzchen fixiert.

Die Servo- sowie die Ruderhörner müssen auf 1,7 mm aufgebohrt werden.
Um den Anschluss der Servos am Empfänger zu vereinfachen, kann ein MPX-Stecker verwendet werden, an den beide Servos angelötet werden. Der Aufbau ist wie folgt:

Aufgrund der großen Anlenkungen müssen die Abdeckungen der Servos etwas größer ausgeschnitten werden, ebenfalls war es nötig, die Anlenkung etwas zu biegen, um den maximalen Ausschlag der Querruder zu bekommen.

Folgende Löcher wurden zum Einhängen der Querruderanlenkung verwendet. Servohorn: vorletztes Loch. Ruderhorn: vorletztes Loch.

Verbinden der Tragflächen.
Die beiden Tragflächen müssen fest verbunden werden – sie lassen sich nach der Montage nicht mehr getrennt transportieren. Um das Verbinden der Tragflächen zu vereinfachen, wird das 20-mm-Verbindungsstück auf einer Seite mit Sekundenkleber fixiert.

Das Hauptverbindungsstück besitzt eine leichte V-Form, beim Einbau ist auf eine korrekte Montage zu achten. Nach dem Verkleben wird die Tragfläche zusätzlich mit Tesa fixiert und wie in der Beschreibung links und rechts unterlegt.

Verbinden der Tragfläche mit dem Rumpf
Beim dem mir vorliegenden Modell war am Rumpf etwas zu viel Lack aufgetragen – dies verhinderte einen spannungslosen Einbau der Tragfläche. Mit einem Dremel wurde der überstehende Lack entfernt.  (Im Bild rot eingefärbt)

Nach dem Ausrichten der Tragfläche auf dem Rumpf wird diese – inklusive der Verstärkung – mit Tape auf dem Rumpf fixiert. Danach können die Löcher gebohrt werden.

Nach dem Bohren der Löcher wird die Tragfläche wieder entfernt. Die Folie unter der Verstärkung wird entfernt.

Die Einschlagschrauben am Rumpf werden mit einem Tropfen 5-min-Expoxydharz fixiert. Ebenfalls wird die Tragfläche mit Epoxydharz fixiert. Bis zum Aushärten des Harzes wird die Tragfläche mit den Schrauben am Rumpf fixiert. Damit die Schrauben nicht an den Einschlagmuttern festkleben, werden diese mit einem Tropfen Öl bestrichen.

Nach der Montage der Tragflächen konnte diese am vorderen Teil leicht nach links und rechts bewegt werden, deshalb wurde in die Tragfläche ein 5-mm-Kohlestab eingeklebt, welche diese zusätzlich zu den Schrauben fixiert.

Das Loch (rot eingefärbt) wird bei aufgesetzter Tragfläche durch die Kabine gebohrt. Hier ist zu beachten, dass man mit einem kleinen Bohrer anfängt und sich langsam noch oben arbeitet, da sonst der Rumpf einen Riss bekommen kann.

Einbau Höhenleitwerk
Mit einem 2-mm-Balsatück kann man das Höhenleitwerk sehr gut fixieren, so lässt es sich exakt ausrichten. Nach dem Ausrichten wird die zu entfernende Folie markiert.
Diese Fixierung kann wieder beim Einkleben verwendet werden.

Der Batteriehalter
Die Teile des Batteriehaltes sind lasergeschnitten und passen perfekt ineinander. Schnell ist das Grundgerüst verklebt.

Der Batteriehalter wird mit Epoxydharz am Rumpf fixiert. Um die Verbindung stabiler zu gestallten, wird nach dem ersten Einkleben nochmals Epoxydharz angerührt. Diesmal aber mit etwas Baumwollflocken oder Microballons. Die Baumwollflocken machen das Harz etwas zähflüssiger und man kann damit besser modellieren.

Hier sollte nicht vergessen werden, das Servohorn vor dem Einbau auf 1,7 mm aufzubohren.

 

Gestänge für das Höhenleitwerk
Hier wurde von der Bauanleitung abgewichen. Die Gewindestangen wurden lediglich mit Epoxydharz in das Kohlerohr eingeklebt. Diese Verbindung ist sehr stabil und man läuft nicht Gefahr, dass das Rohr beim Bohren bricht. Nach dem Austrocknen, kann das Gestänge mit dem Höhenruderservo sowie dem Höhenruderhorn verbunden werden.

Einbau des Motors
Der im Omei-Set  befindliche Motorspant kann leider nicht verwendet werden, da die Bohrungen nicht passen – neue Bohrungen würden den Träger zu instabil machen. Der Motorträger, welcher dem BL-Motor beiliegt, ist etwas zu groß. Also muss ein neuer her. Dieser wurde aus 2-mm-Sperrholz erstellt.

Hier eine Zeichnung des neuen Spantes

Der Spant wird auf der Außenseite des Rumpfes mit Epoxydharz fixiert. Hierzu muss der Rumpf angeraut werden. Nach dem Aufkleben des Spants muss noch der Rumpf durchbohrt werden. Nun kann der Motor eingebaut werden, hierfür benötigt man vier Schrauben (3×20 mm), die mit Schraubenlack fixiert werden.

Einbau Regler und Empfänger
Regler und Empfänger werden mit doppelseitigem Klebeband fixiert. Folgende Positionierung hat sich bei meinem Modell bewährt:

Einstellung des Modells
Es wurden die vom Hersteller angegebenen Ausschläge für Quer- und Höhenruder eingestellt.
Aufgrund des fehlenden Seitenruders wurde an der Fernbedienung noch eine Querruderdifferenz von 20 % eingestellt.
Ebenfalls wurden die Querruder noch als Bremsklappen programmiert.

Um den Schwerpunkt des Modells korrekt einstellen zu können wurde der Akku so weit wie möglich nach vorne verlegt. Der restliche Platz auf dem Akkuhalter wurde mit  etwas Styropor belegt.

Augrund des niedrigen Gewichts des BL-Motors (im Vergleich zum beiliegenden 600er Bürstenmotor) mussten noch 70 Gramm Blei eingeklebt werden, damit der Schwerpunkt stimmt.

Einfliegen:
Während des Einfliegens wurde etwas Tiefe auf den Motor gemischt, ansonsten waren keine weiteren Einstellungen mehr nötig. Nach nur vier Flügen war der Einstellvorgang abgeschlossen.

Erstflug:
Die Motorleistung des Modells ist beeindrucken, durch den starken Motor kann fast aus der Hand gestartet werden, ein leichter Schups und das Modell zieht davon. Nach wenigen Sekunden Steigflug befand sich das Modell auf 275 Meter Höhe, danach konnte das Modell zeigen, was es kann.
Leichtes „Thermikschleichen“, sowie flottes Fliegen, Loopings und Rollen waren kein Problem. Das Modell zeigt ein wirklich schönes Flugverhalten. Landungen mit und ohne Landekappen erfolgten direkt vor den Füßen.

Kurzer Ausflug nach Fiss in Österreich – Thermikfliegen auf 1.500 Meter Höhe.
Einmal von Aufwind erfasst, war der Höhenflug kaum noch zu bremsen. Sobald das Modell eine gewisse Höhe erreicht hatte, wurde diese durch schnelle Flugmanöver wieder abgebaut, danach ging es wieder in den natürlichen Aufzug.
Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Modell bei solchen thermischen Verhältnissen zu fliegen.

Jedoch hatte ich die Böen beim Landen etwas unterschätzt und bin sehr unsanft mit dem Modell aufgeschlagen. Der Rumpf hatte einen Riss, welcher aber mit etwas Sekundenkleber und Gewebe schnell wieder repariert war.

460 Watt Power möchten gekühlt sein!

Um einer Überhitzung des Motors vorzubeugen, muss dafür gesorgt werden, dass genügend Luft durch den Motor strömt. Dies kann man durch einen Turbospinner oder durch einen einfachen Eigenbau erreichen.

Man benötigt:

  • 45 mm Plastikspinner
  • 5 mm Bohrer
  • etwas Geduld

Ändern des Spants:
Folgende Zeichnung gibt Auskunft, wie die 5mm Bohrung für die Kühllöcher vorzunehmen sind:

Fertig gebohrt sieht der Motorspant so aus:

Anpassen des Spinners:
Hierzu wird der 45 mm Spinner zunächst komplett verschraubt. Für die Bohrungen werden die Maße aus der Spantszeichnung verwendet. Am besten fängt man mit einem kleinen Bohrer (2mm) an und arbeitet sich bis zum 5 mm Bohrer vor.
Es wird senkrecht durch den ganzen Spinner gebohrt (der blaue Schraubenzieher im unteren linken Bild zeigt die Bohrrichtung). Mit einer Standbohrmaschine geht dies besonders gut.

Nach dem Bohren sieht der Spinner wie folgt aus:

Nach der Montage des Spinners kann man sehen, dass die 5 mm Löcher bis zum Motor durchgängig sind.

Durch diese Modifikation ist der Motor immer ausreichend gekühlt. Die Herstellung dauert nicht lange und trägt ungemein zu einer längeren Lebensdauer des Motors bei.

Positiv aufgefallen

  • ein echter Allrounder
  • geniale Motorleistung Steigleitung über 70° bis an Sichtgrenze
  • sehr lange Flugzeiten
  • hoher Vorfertigungsgrad
  • alle Kleinteile sind dabei

Negativ aufgefallen

  • die Tragfläche konnte nicht spannungsfrei auf den Rumpf montiert werden – hierzu musste zuerst etwas Lack vom Rumpf abgenommen werden.
  • Die Fixierung der Tragfläche am Rumpf war nicht ausreichend, hier wurde mit einem Kohlerohr nachgeholfen.
  • Die  „Verdrehfestigkeit“ des Rumpfes könnte besser sein.

Fazit:
Beim Omei handelt es sich um einen echten Allrounder, der sehr viel Spaß macht. Lediglich das fehlende Seitenruder lässt etwas zu wünschen übrig. Durch dieses wären noch bessere Thermikflugeigenschaften möglich. Die beiden negativ aufgefallenen Punkte konnten mit etwas Zeitaufwand gelöst werden.

Komponentenübersicht

Bauteil Bezeichnung Artikel Nr. Preis
Modell Omei E-Segler 1900mm 023900
109 €
2 Querruder Servos 9 Gramm Micro High End Servos 033212

24 €

1 Höhenruder Servo Naro Max BB Servo 070013

14 €

Empfänger Graupner R 16 Scan 7053

85 €

Motor Magnum A2814/6 BL 132814

50 €

Flugregler Xenon Eco 40 A 081433

59 €

Akku LiPoSun 11,1V 3200mAh 22c 141273

100 €

Luftschraube 10.5 x 6 Klappluftschraubenblätter 178815

7 €

Spinner 40 mm Aluspinner für 4mm Welle 171292

19 €

467 €

Bilder:

Messwerte:
Durch anklicken der Grafiken können diese vergrößert werden.

468 ad
Werbung
Werbung