Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Ventus von Jamara

Bild von Jamara - Modellbau

 

Schempp-Hirth bauen bis heute diesen einsitzen Hochleistungssegler in der 15 Meter Klasse. Bereits 1980 wurde dieser Segler mit Kohlefaser, einem der modernsten Werkstoffe gefertigt. Der Begriff Ventus ist das lateinische Wort für Wind und genau in diesem Element spielt unsere Ventus Ihre Stärken aus. Ein Hochleistungsgerät für die Hangkannte oder im Seglerschlepp das alle Kunstflugfiguren problemlos mitmacht.

Lieferumfang:

– Weiß eingefärbter mit Dekor einlackiertem GFK Rumpf
– Balsabeplankte und bespannte Rippentragflächen
– Tiefgezogene blau eingefärbte Kabinenhaube
– Balsabeplankte und bespannte Leitwerke
– Einziehbares Fahrwerk
– Störklappen
– Zuklappbare Fahrwerksschachtabdeckung
– Kabinenhaube klar
– Diverse Kleinteile
– Anleitung

Technische Daten:

 

Spannweite: 2652 mm
Rumpflänge: 1153 mm
Tragflächeninhalt: 54,8 dm²
Gewicht: 950 g (leer)
RC: 3 Kanal / 4 Servos
Flügelprofil: HX 83-Nase 3 Modify

 

Baukasten
Der Baukasten präsentiert sich aufgeräumt. Alle Teile sind in Folie eingeschweißt und zusätzlich mit Klebeband am Karton fixiert.
Die Bauanleitung spart mit Worten und textuellen Anleitungen, die Bilder und Symbole sind aber für Modellbauer gut verständlich.

 

Rumpf
Der Rumpf besteht aus weiß lackiertem und bereits mit Dekor beklebtem GFK. Die Spanten und das Servobrett sowie die Schleppkupplung sind bereits fertig eingeharzt. Sämtliche Ausschnitte, Bohrungen sind vorhanden und die Gewinde für das Höhenleitwerk sowie die Führung für den Flächenstahl sind bereits eingebaut.

 

Flächen
Die Flächen, das Höhenleitwerk und die Seitenflosse sind bereits fertig mit weißer Folie bespannt. Die Ruderflächen von Querruder und Höhenruder sind jeweils mit Folienscharnieren mit der Hauptfläche verbunden. Die Beweglichkeit dürfte aber vor allem nach unten etwas großzügiger sein. Der Endausschlag ist zwar ausreichend, wird aber nur mit großer Anstrengung des Servos erreicht. An den Flächen sind noch die Winglets und die Beschläge zur Arretierung der Fläche einzukleben.

 

Störklappen
Die Störklappen liegen in einer Ausführung aus ROTEM!! Kunststoff bei. Wem das gefällt: Bitte! Aber wenn ich schon ein vorbildähnliches Modell habe will ich die schönen weißen Flächen doch nicht durch rote Störklappen verunstalten. Deshalb habe ich die Klappen mit weißer Klebefolie zumindest auf der Außenseite dem Rest des Modells farblich angepaßt.
Natürlich müssten die Klappen erst noch eingebaut werden. Dazu wird die Folie rund um den bereits vorhandenen Ausschnitt in der Fläche mit einem Cuttermesser herausgetrennt. Hier empfiehlt es sich die Folie an den Rändern des Auschnitts etwas überstehen zu lassen, damit sie später vom Gehäuse der Klappe eingeklemmt wird. Das verhindert später das Ablösen durch den Fahrtwind. Danach kann die fertige Klappe nebst Anlenkung eingeklebt werden.

 

Schleppkupplung
Die Schleppkupplung ist recht einfach ausgeführt: das Seil wird mit der Schlaufe um ein fest eingeharztes Stück Messingrohr gelegt und dann mit dem Anlenkungsdraht des Servos gesichert. Während des Schleppvorgangs wird das Servo so nicht belastet und der Auslösemechanismus funktioniert zuverlässing.

 

Einziehfahrwerk
Als besonders Highlight in dieser Preisklasse hat Jamara das Modell mit einem Einziehfahrwerk ausgestattet. Die Mechanik aus Kunststoff ist vormontiert und muss nur noch in den Rumpf eingeklebt werden. Der Fahrwerksschacht wird mit einer zweigeteilten Klappe, die ebenfalls erst noch in den vorhandenen Rumpfausschnitt eingeklebt werden muss im eingefahrenen Zustand verschlossen. Dafür muss eine sehr kurze Anlenkung zwischen Fahrwerk und Klappen eingebaut werden, was bisweilen etwas fummelig ist. Der Ausschnitt musste leicht nachgearbeitet werden, damit die Klappen gut sitzen ohne dass der Rahmen über den Rumpf übersteht. Das Servo wird unter der Kabinenhaube eingebaut und lenkt die Fahrwerksmechanik direkt an. Im ausgefahrenen Zustand ist das Rad sicher arretiert und überträgt die auftretenden Kräfte auch bei härteren Landungen über den Kunststoffrahmen direkt auf die Rumpfspanten. Das Servo wird hierbei nicht belastet. Man sollte darauf achten das Fahrwerk nicht aus- oder einzufahren wenn das Modell auf dem Boden liegt, denn dann darf man garantiert die filigrane Anlenkung der Fahrwerksklappen erneuern.




Kabinenhaube
Die Kabinenhaube muss aus zwei Teilen, dem durchsichtigen Oberteil und der schwarzen Cockpitatrappe zusammengeklebt werden. Die Kunststoffteile müssen vorher noch zurechtgeschnitten werden. Auch der Arretierungsmechanismus muss erst noch in Rumpf und Haube eingebaut werden, lässt dann aber ein komfortables Öffnen der Haube zu. Die Haube trägt maßgeblich nicht zuletzt auch durch die Cockpitatrappe zum vorbildähnlichen Charakter des Modells bei.

 

Servoeinbau
Die Querruderservos werden direkt in die Fläche eingebaut. Dazu wird zuerst die Folie über dem Servokasten mit dem Cuttermesser herausgetrennt. Die Servos werden direkt an der Servoschachtabdeckung aus Kunststoff mit einem Powerstrip befestigt. Die Abdeckung muss vorher entsprechend zurechtgeschnitten werden. Die Abdeckungen werden dann mit vier Schrauben mit der Fläche verschraubt. Da die Fläche nicht besonders dick ist stehen die Servos leider über. Die Abdeckungen sind deshalb nach aussen entsprechend ausgebeult, was leider die Aerodynamik etwas stört.

 

Das Servo für das Höhenleitwerk sitzt direkt im Seitenleitwerk. Deshalb bedarf es hier auch eins recht kompakten Modells. Ich habe an dieser Stelle ein HS 65 HB gewählt. Das paßt recht gut und hat genug Kraft das Höhenleitwerk zu bewegen.

 

Das Seitenleitwerk wird über zwei Drähte von beiden Seiten angelenkt, das Servo selbst sitzt unter der Kabinenhaube und muss mit dem beiliegenden spezial Servoarm bestückt werden. Die Drähte sind etwas fummelig und es fordert ein wenig Geduld bis alles wie vorgesehen im Rumpf verlegt ist.

 

Die Störklappen werden ebenfalls von einem Servo unter der Kabinenhaube angelenkt. In der Mitte zwischen den Flächen befindet sich bereits fertig eingebaut eine Mechanik, die die Bewegung des Servos entsprechend umsetzt. Hier sollte ein entsprechend kräftiges Servo verwendet werden, da durch die Umlenkung eine etwas größere Zugkraft benötigt wird um die Störklappen auszufahren. Man sollte auch unbedingt darauf achten den vollen Weg der Störklappenanlenkung auszunutzen, auch wenn die Klappen erst im letzten Viertel des Weges ausfahren. Der vordere Teil wird zum Arretieren der Klappen im eingefahrenen Zustand benötigt.
Auf dem Bild zu sieht man die Umlenkmechanik. Die Gestänge müssen jedes Mal beim Zusammenbauen erneut eingeführt werden und mit zwei Madenschrauben arretiert werden.

Das Servo für die Schleppkupplung sitzt direkt hinter dieser.

Bau
Der hohe Grad der Vorfertigung läßt dem Modellbauer nicht mehr viel Arbeit übrig.
Das Höhenleitwerk wird mit zwei Schrauben oben auf dem Seitenleitwerk befestigt. Die vorgegebene EWD kann man notfalls durch unterlegen Verändern, was aber bei mir nicht notwendig war.
Was mir nicht gefallen hat waren die teilweise nicht vertrauenserweckenden Anlenkungen für Höhen und Querruder. Bei manchen Stangen war das Gewinde so mangelhaft, dass nicht mal der Gabelkopf darauf gehalten hat. Ich habe sie größtenteils durch stabilere Exemplare aus meinem Teileschrank ersetzt. Vorbildlich dagegen waren die Anlenkungen für Fahrwerk und Störklappen, die mit 2mm Stahlstangen recht stabil ausgelegt waren.

Fliegen
Ein Wort vorab: der Ventus will flott geflogen werden. Macht man ihn zu langsam kippt er sofort über eine Fläche ab, was besonders bei der Landung zu beachten ist. Wenn man ihn aber in einem angemessenen Geschwindigkeitsbereich bewegt ist er sehr gut zu fliegen.

Fazit
Ein vorbildähnliches ARF Segelflugmodell mit 2,6m Spannweite zu einem wirklich günstigen Preis. Die kleinen Mängel bei den Servoanlenkungen sind bei dem Preis (Straßenpreis ca. 140 EUR) sicher zu verschmerzen und für den versierten Modellbauer kein Problem.

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