Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Der Wickelbericht

Mit den Motoren ist es so eine Sache. Mehrere Faktoren bestimmen hier die Leistung sowie die Temperatur des Motors. Stimmen alle Werte, hat man eine fast unerschöpfliche Quelle an Leistung und garantierten Spaß. Stimmen die Werte nicht, bringt man die Drehzahlen schnell zum Einbrechen und auch der Flugspaß hält sich in Grenzen. Thomas Berger hat sich mit seinem Wickelservice darauf spezialisiert, Motoren zu tunen und mehr Leistung aus ihnen zu holen. Wie er das macht und was das ganze bringt, kann man im folgenden lesen.

Ausgangsbasis:
Vor mir steht ein T-Rex 600 EFL, in dem ein Align BL-600MX mit 510KV arbeitet. Der Motor bringt schon von Haus aus eine ordentliche Leistung für das Modell, jedoch schlummert ihn ihm noch ein gutes Potenzial, das geweckt werden kann. Denn die MX Motoren werden von Maschinen in einem multifilaren (mehrere dünne Drähte machen die Wicklung aus) Verfahren gewickelt. Und genau hier liegt auch die Tuningmöglichkeit. Wickelt man die Motoren anstatt mit mehreren dünnen Drähten, mit nur einem und vor allem dickeren Draht, so nimmt der Innenwiederstand ab und damit die Leistung zu.

der zerlegte Motor

der zerlegte Motor mit Originalwicklungsstrang und Tuningdraht

Jetzt ist das mit dem Wickeln aber wirklich keine einfache Sache, denn in Abhängigkeit der gewünschten KV Zahl und der Statorarme gibt es unterschiedliche Wickelmethoden. Da ist es mir gerade recht, dass es den Service von Thomas Berger gibt. Für 65€ bekommt man seinen Motor neu gewickelt und dabei werden auch gleich die Lager gegen neue Qualitätslager getauscht. Auf den Bildern ist zu sehen, wie das ganze gemacht wird.

der fertig bewickelte Stator mit 1,18mm Draht

der fertig bewickelte Stator mit 1,18mm Draht

Zum vergleich die original Wickelung

Zum vergleich die original Wickelung

Im ersten Schritt wir der Motor zerlegt und die multifilare Wicklung von ( 6 x 0,35mm) wird entfernt. Danach wird der Motor mir einem Massivdraht von 1,18 mm Durchmesser gewickelt. Dadurch erhöht sich der Querschnitt von 0,58 qmm auf 1,09qmm. Das sind immerhin 88% mehr. Wurde der Draht aufgezogen, wird der Motor wieder verschraubt und kommt auf die Testbench. Dort werden die Werte kontrolliert und schon anhand des Innenwiderstands der sich von 45mOhm auf 25mOhm vermindert hat (Bei den Messwerten müssen gewisse Toleranzen berücksichtigt werden) kann man schon eine Verbesserung erkennen.

Vergleich der Drähte

Nachdem der Motor wieder mit der Post bei mir angekommen war, wurde er genauer untersucht. Durch die Aussparungen konnte man sehr schön erkennen, wie präzise die Wickelungen auf den Statorarmen liegen. Aufgrund der dickeren Wicklung konnte ich eine Gewichtszunahme von 330 Gramm auf 360 Gramm messen. Was noch aufgefallen ist sind die längeren Anschlusskabel des Motors, diese gestalten den Einbau etwas einfacher.

Bevor der Motor auf seine Reise geschickt wurde, habe ich mehrere Flüge mit dem JLog protokolliert und nachdem der „neue“ Motor eingebaut war, ging es wieder auf das Flugfeld. Im ersten Schritt wurde für gleiche Bedingungen gesorgt und die Drehzahl eingestellt. Hier konnte die Gasöffnung um 2% zurück genommen werden. Danach durfte der Motor zeigen, was in ihm steckt. Also plagte ich das Modell mit unnötig übertriebenen Lastwechseln und spulte das gleich Programm wie vor dem Tuning ab. Nach dem ersten Flug war mich schon klar, wie sich die Werte im Log verändert haben. Denn ich möchte es hier gleich vorweg nehmen, das Tuning kann man deutlich spüren!

Hier mal ein paar Werte im Vergleich

Standard Version  Tuning Version
 Maximaler Strom  90 A  147 A
 Maximaler Storm integriert  76 A  96 A
 Temperatur BEC max  50 Grad  41 Grad
 Leistung maximal  3712 Watt  5846 Watt
 Leistung maximal integriert  3193 Watt  3816 Watt

* Bei der Messung der Tuning Version war die Außentemperatur um 2 Grad höher.

Eigentlich sprechen die Werte schon für sich! Leitung bis zum Abwinken und das bester daran: Der getunte Motor blieb wesentlich kühler als die Standard Version.

der getunte Motor (längere Anschlusskabel)

Die Leistung im Schwebeflug konnte von 20 auf 18 Ampere gesenkt werden, wobei dieser Wert lediglich als Durchschnittswert zu sehen ist. Zudem muss man berücksichtigen, dass beim Std. Motor eine Drehzahl von 2373 U/Min geflogen wurde und bei der Tuning Version lediglich 2326 U/Min. Ich denke den Unterschied beim Schwebeflug kann man getrost vernachlässigen.

Worauf es in erster Linie ankommt, ist die schirr unglaubliche Leistung, die man durch das Tuning aus dem Motor holen kann, der nun in den Peaks bis zu 5 KW liefern kann und dabei nicht heiß wird! Betrachtet man die Werte integriert, so bleibt immer noch ein Zugewinn von ca. 600 Watt Leistung bei 3,8 KW.

Auf der Webseite http://brushlesstuning.de kann sich über das Tuning – Angebot von Thomas Berger informieren.

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