Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

ec 135 in der 450er Klasse

Liebe Leser vom Flugleiter und Freunde der ec135

ich stelle in diesem Bericht meinen SemiScaler, eine ec135 in der beliebten 450er Einsteigerklasse, vor. Es geht darum, wie ich so in die SemiScalerei ‚reingerutscht‘ bin, wie der Werdegang war und natürlich, welche Komponenten ich ausprobiert habe und bei welchen ich geblieben bin.

Erwischt

Ich erzähle Euch mal, wie es bei mir war – ich bin mir da ziemlich sicher, dass es bei dem Einen oder Anderen genauso gelaufen ist.
Vor einigen Jahren hatte mich der Helivirus gepackt. Fliegen war ziemlich schwer und ich erinnere mich noch an die Gedanken ‚Wenn ich einmal hin- und zurückfliegen kann, bin ich schon glücklich‘. Was könnte da eine Ziel sein – natürlich dann wenigstens ein Hubi nicht so eine komische Haube hat, sondern so aussieht, wie ein Echter. Gesagt, getan und somit konnte ich an dem Rumpf einer ec135 nicht  vorbeilaufen; ich hatte ja keine Ahnung, was so auch mich dann zugekommen ist.

Um es kurz zu machen: zu einer ec135 gehört natürlich ein 4-Blatt-Kopf und ein Fenestron – damals war es nicht einfach was Brauchbares zu finden. Heute ist das leicht und ich weise dann darauf hin.

Als Besis dient eine Align T-Rex 450 SE V2. Ich hatte auch Clones probiert, aber davon würde ich abraten. Die Passgenauigkeit und die Materialwahl ist beim Original einfach besser.

 

Das Sahne-Stück

Wie schon erwähnt ist es nicht leicht einen funktionierenden Fenestron in der 450er Größe zu bekommen. Ich hatte auch lange gesucht und zu Beginn des Projekt gab es diesen auch noch nicht. Nach längere Recherche bin ich auf Heli-Roland gestoßen, der langjähriger Heli-Flieger ist und selber einen Fenestron anfertigt.

Das Teil ist komplett aus hochfestem Alu gefertigt. Damit der Fenestron auch eine entsprechende Wirkung hat, muss er höher drehen. Hierfür legt Roland noch einen anders abgestuften Heckabtrieb bei. Damit dreht das Heck über 15.000U/min bei einer Kopfdrehzahl von 2.000 U/min. Das ist besonders wichtig, wenn man mit einem 4-Blatt-Kopf fliegt – wie ich – der mit etwa 2.000 geflogen werden soll.

Der Drehzahlbereich, im dem der Fenestron optimal arbeitet, scheint deutlich enger zu sein, als mit normalen Heckrotoren. Deshalb muss man sich vorher Gedanken machen, welche Kopfdrehzahl man fliegen will.

Besonders toll ist auch, dass der Fenestron von Roland (www.rolandkraemer.de) auf dem Heckrohr montiert wird. Das erhöht die Stabilität und erscheint mir wesentlich weniger schwingungsanfällig, als wenn der Fenestron im Rumpf montiert wird (ohne Heckrohr), der dafür nicht extra konstruiert ist, und über den Riemen angetrieben wird. Außerdem: wenn der Riemen einmal eingestellt ist, kann mal den Rumpf von der Mechanik entfernen und wieder montieren: Die Spannung des Heckriemens bleibt gleich. Es gibt noch mehrere kleinere und größere Besonderheiten, die diesen Fenestron einmalig machen.

Als Heckservo habe ich das Graupner DES 677 drin, welches es heute nicht mehr gibt. Die Empfehlung von Roland ist das Futaba s9257. Ich kann das nur bestätigen, dass trotz der im Fenestron eingebauten PMGs es eine Heckservo der 500ter Klasse sein sollte – werden ja schon teilweise als Standard in den 450er Trainern verbaut.

Ich brauche nicht zu betonen, dass der Fenestron einer ec135 das besondere i-Tüpfelchen gibt.

 

Der Kopf

Ein weiteres Merkmal der ec135 ist der 4-Blatt-Kopf. Inzwischen gibt es mehrere Köpfe. Ich habe den CopterX Black-Angel der ersten Generation. Mir gefällt vor Allem die Form und die Farbe – gut, damals gab es keine Auswahl, aber vom Aussehen her ist das für ich immer noch der schönste Kopf. Leider ist der Kopf ziemlich weich, was die FBL-Systeme in der Regel nicht besonderes gerne mögen. Um kein Risiko einzugehen, habe ich den Kopf härter gemacht. Hierzu hat mir ein Bekannter Hülsen angefertigt, die die Blattlagerwellen auf-dicken in dem die Hülsen über diese Wellen geschoben werden und so die Dämpfungsgummis weiter nach außen drückt – das ‚festigt‘ die Wellen im Kopf. Ich hatte auch mit Einsätzen experimentiert, die statt den Gummis eingesetzt werden – dann wären die Wellen starr gewesen; leider klappte das nicht. Ich blieb bei den Hülsen, die heute noch sehr gut funktionieren.

Inzwischen gibt es auch starre Mehrblattköpfe in der 450er Klasse. Ob die was taugen weiß ich nicht, aber man müsste nix umbauen, was ja schon mal ein Argument wäre.

 

Der Blattsatz

Zu Beginn des Projekts gab es noch keine 4-Blatt-Sätze für den 450er. Somit hatte ich mir etwas kürzere besorgt, damit das Moment halbwegs passt – es sind ja auch die doppelte Anzahl Blätter drauf, die das Heck zum Schwitzen bringen. Ich hatte sogar recht schöne gefunden, die schwarz waren und an den Spitzen gelb. Die hätten klasse gepasst. Nunja, bei einer unsanften Bodenberührung sind die zu Bruch gekommen. Genau genommen waren die aber auch nicht wirklich klasse im Flug. Dann habe ich mir einen Spezialsatz in Sichtkarbon geholt. Die haben so komisch Blattspitzen, die ein Kumpel abgesägt hatte, und seine ec135 fliegt ganz prima damit (er hat keine Wahl, da er einen Links-Dreher hat). Meiner ist vom Boden erst gar nicht weggekommen, da ich ja nicht mehr als 2.000U/min am Kopf haben darf.

Dann habe ich mir mal den Blattsatz von SpinBaldes besorgt. Die Blätter sind sehr schlank, nicht tief und haben ein halb-symmetrisches Profil, was bei gleicher Drehzahl mehr Auftrieb bietet als symmetrische Blätter und den Widerstand der Blätter nicht so arg nach oben treibt. Damit ist weniger Druck auf dem Heck, was dem Fenestron und seiner Performance nur gut tut.

Was kann ich noch zu den Blättern sagen: Das sind die einzigen, die von Anfang an richtig gut funktioniert hatten. Auch wenn die weiß sind und so gar nicht zu meinem Setup passen wollen, kommen wir keinen anderen Blättern mehr drauf. Wer es noch mehr ’scalig‘ will kann die Blätter mit dünner dunkelgrauen Folie beziehen, was wahrscheinlich leicht geht unter Berücksichtigung des Schwerpunkts und des Gewichts der Blätter. Das Risiko bin ich noch nicht eingegangen, denn ich hoffe noch auf dunkle Blätter aus der Originalpresse von SpinBlades.

Ich kenne hier auch keine Alternative.

Die Blätter sind in der Wurzel etwas schlanker, was Unterlegscheiben bedarf, damit die Blätter richtig in den Blatthaltern sitzen. Ich habe da spezielle Kunststoff-Einsätze bekommen, die nicht so auffällig sind und die Blätter so super klasse sitzen.

 

Das FBL-System

Hier ist die Wahl für mich recht einfach – HeliCommand. Zunächst hatte ich ja das Scale-Rigid-System schlecht hin drin – den HC rigid von robbe/Captron. Damit ist die ec135 zwar prima geflogen. Nur leider ist das gute Stück etwas groß für einen 450er. Also habe ich mich dem damals brandneuen HC3Xtreme zugewandt. Das ist leichter und kleiner. Also wie geschaffen für meinen 450er Semi-Scaler.

Dieser war mein erster aus der HC3-X-Serie und ich muss sagen, ich bin sofort damit bestens zurecht gekommen. Das gute Stück regelt einfach prima. Gerade der Heckgyro ist die Wucht. Ich habe dem Regel-Charakteristik des GY401 ausgewählt. Der regelt ja bekanntermaßen weich. Das Heck ist nun weich und exakt, so wie man sich das wünscht. Das Heck eines Align T-Rex 450 SE V2 ist eher schwierig einzustellen. Generell habe ich festgestellt, dass man den P-Anteil höher wählen soll. Das gilt auch im besonderen Maße für das Heck mit dem Fenestron.

Auch hier: Was kann ich noch schreiben über ein System, was einfach klasse funktioniert. Vielleicht schicke ich es noch ein um es auf den HC3-sX upzugraden. Ich würde mal sagen: Das wäre dann meine ultimative Empfehlung für die ec135 oder andere Scaler und Semi-Scaler. Klasse FBL-System, dem man noch etwas Horizontal-Modus zu-mischen kann, damit der Heli schön flach durch die Luft gleitet und außerdem reduziert das die Gefahr eines Absturzes noch mal.

Ich empfehle niemand ein Setup einfach so zu übernehmen. Zum Vergleich oder Inspiration drucke ich mal mein Setup des HC3Xtreme ab.
In Zukunft werden das wohl die bavarianDemon werden. Da steckt das KnowHow von Captron drin und vielleicht gibt es die eine oder andere Weiterentwicklung.

 

Weitere Komponenten

Damit man mit der Kopfdrehzahl in einen vernünftigen Bereich kommt, muss man einen niedrig drehenden Motor besorgen. Ich haben den Scorpion 2221-10 mit 10 Polen. Der dreht mit 3000U/V. Zusammen mit einem 10er Ritzel klappt das, aber es ist das unteres Ende einer vernünftigen Einstellung. Ich denke mal dass der 2221-12 mit 2580U/V noch besser passt.

Befeuert wird der Motor mit einem Roxxy 940-6. Der hat für kleines Geld einen prima Gov-Mode und speichert die Kopfdrehzahl. Man kann den Roxxy einfach über ein kleines Kästchen programmieren.

Damit der Schwerpunkt passt, habe ich einen 3S3600mAh Lipo mit etwa 300g drin. Ich habe auch schon überlegt auch einen 4S Antrieb umzusteigen, denn die ec135 hat ein Abfluggewicht von etwa 1300g, was für einen 450er und den 450er-Komponenten schon heftig ist.

In diesem Zusammenhang seinen noch die TS-Servos erwähnt. Ich habe die Graupner DES 476 drin. Prima und günstige Digitalservos. Ich werde aber wahrscheinlich auf die DES 488 umrüsten, denn die sind bei gleicher Größe einfach rubuster, was bei dem Gewicht mehr Sicherheitsreserven bietet.

Liebe Leser nun sind alle Flug-technischen Komponenten meiner ec135 beschrieben. Ein bischen werden ich ncoh an den Scaleoptik arbeiten. Das Landegestellt habe ich mir selber gebogen, denn auch hier gab es damals nix Annehmbares.

 

Noch ein paar Bilder vom Aufbau, Einfliegen als Trainer/Mechanik und vom fertigen Modell

(Fotos: Matthias / Peter)

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