Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

T-Rex 700 Heli Chris Umbau

Die Idee war eigentlich ganz einfach: Ich wollte einen Helikopter der 90er Klasse, aber das bitte auf Elektrobasis und bezahlbar sollte er auch noch sein. Nach einer intensiven Recherche, habe ich mich als Basis für den Align T-Rex 700 LE entschieden. Das Modell war bereits erprobt, die Kosten für Ersatzteile halten sich in Grenzen und es gibt bereits mehrere Elektro-Umbausätze für dieses Modell. Also wurde der T-Rex geordert.

Nun ging es an die Auswahl des Umbausatzes. Hier fiel meine Wahl auf das V2 Chassis von Heli-Chris. Für das Chassis sprachen gleich mehrer Punkte, so wird z.B. der Akku über einen Einschubschacht in das Modell geführt und dort fixiert. Ferner gefielen mir die Anordnung von Regler und Motor, sowie die Einbauposition des Heckservos. Diese ermöglicht eine direkte Anlenkung des Hecks und macht eine Umlenkung unnötig. Letztendlich trug auch ein persönliches Gespräche mit Christian Wulff zu meiner Entscheidungsfindung bei. Er konnte nicht nur all meine Fragen kompetent beantworten, sondern hat mich auch noch auf ein paar Feinheiten hingewiesen, an die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht hatte.

Nachdem die Bestellung eingetroffen war, wurde zuerst eine Bestandsaufnahme gemacht.
Im Lieferumgang des Heli-Chris V2 Chassis befinden sich folgende CFK Teile:
Zwei 2,3 mm starke CFK Seitenteile, die Führungen für die Akkuschiene, drei Verstrebungen, der Verschluss des Akkuschiene sowie eine Montageplatte für den Empfänger. Ein aus zwei GFK Platten bestehende Fassung für den Akku, sowie eine Leiste für die Aufnahme der Goldstecker. 100 Kabelbinder, 4 Gestänge für die Push&Pull Anlenkung der Rollservos, sowie eine aus Alu gefräster Motorträger, einem Beutel Schrauben, Muttern, Stifte etc.
Abgerundet wird das Paket noch durch eine Tube Beli-Zell, sowie einem Bogen Schmirgelpapier zum Schleifen der CFK Teile, selbst ein Widerstand für das Vorladen des Reglers ist im Bausatz vorhanden. Mit anderen Worten das Umbauset ist KOMPLETT.
Optional wurde noch ein Gegenlager für die Motorwelle, sowie eine erweiterte Halterung, auf welcher der Empfänger nebst dem Mircobeast ideal montiert werden kann geordert.

Die reich bebilderte Bedienungsanleitung zeigt auf 10 Seiten alle nötigen Schritte, um das Chassis zu montieren. Dabei beschränkt sich die Anleitung lediglich auf den Umbau des Heli-Chris Chassis. Der Aufbau von Teilen, die nicht durch den Umbau betroffen sind, wie z.B. die komplette Heckeinheit, sowie der Rotorkopf werden in der Anleitung von Align behandelt. Das Herzstück der Anleitung zeigt eine Darstellung des Chassis, auf der alle zu montierenden Teile nebst Größen und Mengenangeben darstellt sind. Auf den weiteren Seiten wird auf Details wie z.B. der korrekten Positionierung des Ritzels für die Anbringung eines Gegenlagers eingegangen.

Zunächst habe ich alle Teile aus dem Zubehörbeutel sortiert, dies hatte gleich einen doppelten Nutzen. Zum einen konnte ich kontrollieren, ob alle Teile vorhanden waren und zum anderen beschleunigt es die Bauphase ungemein, wenn man nicht zuerst die Schrauben suchen muss.

Doch bevor es mit dem Schrauben losging, wurde erst mal geschmirgelt. Alle Kanten der CGK und GFK Teile wurden sauber mit dem mitgelieferten Schmirgelpapier gebrochen und rund geschliffen. Dies ist zugegeben nicht die angenehmste Arbeit, aber je sauberer man arbeitet, desto schöner ist das Ergebnis und mit der Zeit wird man darin auch routinierter und schneller.

Sind alle Teile geschliffen und gesäubert, werden die Führungen für die Akkuschiene auf die Seitenteile geklebt. Hier muss man unbedingt darauf achten, dass die bereits in das Chassis eingepressten Flanschlager mit dem Bund nach außen zeigen!
Das Kleben selbst erfolgt mit Beli-Zell. Ich habe die Schienen mit einzelnen Schrauben und Spannzangen fixiert. Nach 5 Minuten wurde die Fixierung gelöst und vereinzelte Rückstände des Beli-Zell konnten ohne Probleme entfernt werden. Für die Befestigung der Schienen werden neben der Verklebung am oberen Teil Kunststoffhülsen mit Schrauben verwendet, die gleichzeitig als Abstandhalter der beiden Seitenteile dienen. Am unteren Rand werden kurze Schrauben verwendet. Diese sind so angeordnet, dass sie die Akkuschiene im unwahrscheinlichen Fall des Ausbrechens der Führungsschiene halten können. An der Stirnseite wird der Alu-Abstandhalter aus dem Align Baukasten angebracht. An den Öffnungen der Führungsschiene sind als Abschluss Schraube positioniert, diese verhindert eine Beschädigung der Schiene beim Einführen des Akkus.

Nachdem man beide Seiten vorbereitet hat, werden die Servos laut Anleitung eingesetzt. Auch dafür liegen Schrauben bei. Alle weiteren Arbeiten werden nun an einer der beiden Seitenteile vorgenommen, die andere wird nach Fertigstellung dieser Platte einfach als „Deckel“ aufgeschraubt.

Zunächst werden die drei Verstrebungen eingebracht. Diese waren bei meinem Bausatz extrem passgenau und man musste die Teile gut in die Seitenteile drücken. Jedoch hat alles hervorragend gepasst und vibrieren wird so bestimmt nichts! Danach habe ich die Lagerblöcke für die Hauptrotorwelle und die Welle nebst „Nickarm“ angebracht.

Im nächsten Schritt wurde der Motorträger für die Aufnahme des Pyro 700-45 vorbereitet, hierzu mussten die Löcher auf 4 mm aufgebohrt werden. Dies ist nötig, da der Motorträger über 4 verschiedene Einbaumöglichkeiten (24, 25, 30 mm Durchmesser bei 4×90° und 40 mm bei 3×120°) verfügt. Möchte man ein Gegenlager verwenden, so benötigt man eine lange Welle, die auf 28,5 mm gekürzt werden muss, da direkt unter dem Gegenlager der Regler sitzt.

Danach wird der Regler eingebaut. Zunächst wird er mit Kabelbinder auf einer der Streben fixiert, hierfür sind mehrer Bohrungen in der Strebe vorhanden. Danach werden die Anschlusskabel für den Motor abgelängt.
Nun muss noch die Zuleitung für den Akku auf die richtige Länge gebracht werden. Wie schon kurz beschrieben, wird der Stormkreis durch das Einschieben der Akkuschiene geschlossen. Hierzu werden auf einer GFK Platte je ein paar 5,4 mm und 4mm Goldkontakte angebracht. Eine Platte ist im Chassis eingebaut, das Gegenstück befindet sich auf dem Akkurahmen. Die längeren 4mm Kontakte schließen beim Einschieben des Akkurahmens zuerst und erzeugen, bedingt durch einen angeschlossenen Widerstand, eine Vorladung des Reglers. Somit umgeht man den unschönen Lichtbogen, der einem die Kontakte zerstört.
Erst nachdem der Akkurahmen ganz eingeschoben wird, schließen auch die 5,4 mm Kontakte. In der Anleitung findet man zu diesem Schritt eine sehr gute Darstellung, die die genaue Anordnung von Stecker und Kabel beschreibt.

Nachdem die Kabel der Stromversorgung angelötet und der korrekte Sitz der Kontakte geprüft wurde, habe ich die Kontakte mit Epoxydharz in der GFK Platte verklebt. Da man hier auf engstem Raum löten muss, und ein verschließen der Lötstelle mit Schrumpfschlauch nicht möglich ist, empfiehlt sich der Einsatz von Liquid-Tape (Plasti Dip). Es kann einfach aufgetragen werden und isoliert die offenen Lötstellen. Ferner sieht es als Nebeneffekt noch gut aus.

Nun wird noch der Motor nebst Gegenlager montiert. Danach fehlen nur noch die beiden Alu-Chassis Aufnahmen, die Halterungen für die Haube, sowie die Alu Halterungen der Empfänger-Montageplatte, und die zwei Seitenteile können verschraubt werden. Das Chassis wird noch auf das Landegestell geschraubt und weiter geht es mit dem Rotorkopf.

Auf Anraten von Heli-Chris, habe ich die Zahnräder für den Hauptantrieb auf Modul 1 umgebaut. Dieses soll in der Praxis bessere Ergebnisse geliefert haben und vor allem länger halten. Da ich den Helikopter ohne Paddel fliegen möchte, habe ich den Align Kopf gegen einen RJX Kopf getauscht. Zwar gibt es auch für den Align Kopf ein Umrüststet, aber der RJX Kopf gefiel mir einfach besser.

Endspurt! Die meiste Arbeit ist getan und der Bau nähert sich dem Ende. Bevor die Push & Pull Anlenkungen angebracht wurden, ging es an die Verlegung der Servokabel. Dabei müssen die Zuleitungen für den Heck- und Nickservo verlängert werden. Im Chassis sind zur genüge Möglichkeiten für die Befestigung der Kabel vorhanden. Die beiden Rollservos liegen direkt unter der Aufnahmeplatte für Empfänger und Stabilisierungssystem. Hier kommen alle Kabel zusammen und werden am Microbeast angeschlossen. Die Aufnahmeplatte selbst hat an verschiedenen stellen Öffnungen, durch die man die Kabel führen kann. Somit steht einem sauberen und sicheren Verlegen der Kabel nichts im Wege. Aufgrund der extrem penibel geschliffenen Kanten habe ich auf eine Verpackung der Kabel in Gewebeschlauch verzichtet.

Nachdem die komplette Elektronik angeschlossen war, wurden die Einstellungen der Push & Pull Anlenkungen vorgenommen. Hier wurden auf die beiliegenden Servohörner der BLS 451 Servos verwendet. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Kugelpfannen für die Anlenkung des Nickservos gekürzt werden mussten. Zur einfachen Ausrichtung der Umlenkhebel für die beiden Rollservos ist am Chassis eine Ausfräsung vorhanden, über die man eine Erste Grobeinstellung vornehmen kann. Nun wurde noch die Heckeinheit mit dem Chassis verbunden und der Bau des Chassis war abgeschlossen.

Erwähnenswert finde ich hier noch die Möglichkeit der Antennenverlegung. Das mitgelieferte Kunststoffrohr zur Verlegung der 35 Mhz Antenne kann entsprechend abgeschnitten und gebogen werden. Zusammen mit etwas Beli-Zell und zwei Kabelbindern kann man eine ideale Verlegung der 2,4 gHz Antennen im 90° Winkel erreichen.

Das Chassis macht einen absolut stabilen Eindruck. Durch die vielen Verstrebungen im Bereich der Antriebseinheit ist ein Verwinden des Chassis nicht möglich. So viel Stabilität schafft Vertrauen und da ich mir beim Bauen ausgerechnet habe, wie viel Masse hier in Bewegung gesetzt wird, ist dieses Vertrauen in die Technik auch notwendig, um so ein Modell mit freiem Kopf fliegen zu können.

Fehlt nur noch der Akku.
Mit seinen Maßen von 320 x 51 x 80 mm ist der Aufnahmeschacht ausreichend dimensioniert, und Akkus jeder Art ein passendes Zuhause zu geben. Sollte das nicht reichen, so kann der Akkuschacht mit etwas Handarbeit auf 360 x 57 x 94mm erweitert werden!
Ich habe mich für 2 x 6S Akkus entschieden die in Reihe geschaltet werden, zum einen benötige ich dafür kein neues Ladegerät und zum anderen können die Akkus noch in anderen Modellen verwendet werden. Die Halterung bestehend aus zwei GFK Platten nebst Kabeln und Klettbänder für die Befestigung der Akkus und bringt 160 Gramm auf die Waage.
Die beiden 30C 5Ah Akkus von LeoLipo bringen 1744 Gramm auf die Waage. Macht zusammen mit der Halterung ca. 1,9 kg. In einer zweiten Konfiguration wurden zwei Rockamp 40C mit 4,4 Ah verwendet. Sie wiegen alleine 1460 Gramm und zusammen mit Halterung ca. 1,62 kg.
Da die Akkus auf der Haltung frei positioniert werden können, kann über deren Anordnung der Schwerpunkt entsprechend eingestellt werden. Zusammengehalten werden die beiden Rahmenteile entweder durch Klettband oder wer es „dauerhafter“ mag mit Klebeband. In beiden Fällen sitzen die Akkus absolut fest zwischen den Rahmen. Die gelöteten Kabel wurden wieder mit Liquid–Tape (Plasti Dip) versiegelt.
Für den erfolgreichen Betrieb fehlt noch ein letzter Akku, der so genannte Stützakku. Da im Modell ein PowerJive 120+ HV verwendet wird und Kontronik unbedingt zum Einsatz eines Stützakkus rät, habe ich noch einen 4 Zellen Eneloop Akku eingebaut. Er wird über einen Schalter vor dem Flug aktiviert und versorgt die Empfangseinheit sowie die Servos im Fall eines BEC Ausfalls mit der nötigen Energie um eine Autorotation durchzuführen.

Die Einstellungen waren unspektakulär, das Microbeast wurde laut Anleitung eingestellt. Für den ersten Flug sollte das Basissetup genügen. Der maximale Pitch wurde auf 12° eingestellt, die Drehzahl wurde auf 1850 U/Min. begrenzt. Der Power Jive wurde auf Mode 4 programmiert.

Mit nicht ganz 5 Kg geht es zum Erstflug. Ein letztes Mal werden alle Funktionen kontrolliert und danach wird der Schalter umgelegt. Sanft bringt der PowerJive den Motor auf touren, etwas Pitch und der Heli schwebt vor mir. Zunächst mal etwas „Fahrstuhl fahren“ (positive und negative Pitchstöße) um die Heckempfindlichkeit anzupassen. Danach folgte ein kleiner Rundflug. Alles schien bestens zu sein, und ich wollte es gleich wissen, also ab zu den Tick Tocks. Herrlich, wie leicht der Heli doch an den Knüppeln liegt. Auf zum Speedflug! Auch hier zeigte sich das Modell von seiner besten Seite. Weder ein Über- noch Unterschneiden war zu erkennen. Es folgten weiter Figuren und nach einem absolut gelungen Erstflug ging es zur Landung. Großen Worte waren nicht nötig, der Spaß stand mir förmlich ins Gesicht geschrieben.

Größenwahn ist etwas, dass man Männern im Allgemeinen nachsagt und auch auf mit trifft dies gelegentlich zu. Also wurde die BevelBox auf die Blätter geschnallt und ein maximaler Pitch von 14 Grad eingestellt. Der Akku wurde gewechselt und die Drehzahl wurde auf 2000 U/min erhöht. Pitch und Tschüss! In Videos hatte ich schon einiges gesehen, aber nun konnte ich es live erleben. Der T-Rex verhielt sich wie ein Gummiball und obwohl ich fasziniert von noch mehr Power war, entschloss ich mich dazu, diese Spitzen doch lieber Stück für Stück zu erschließen. Denn hier habe ich zum ersten mal Erfahren, dass auch ein Looping im Speedflug für ganz schön viel Adrenalin sorgen kann.

Zu verkaufen! Durch den Umbau auf Elektro, hat man ein paar Teile aus dem original 700er Baukasten übrig. Diese Teile, darunter auch die CFK Seitenteile kann man sehr gut verkaufen. Zwar erreicht man dafür nicht die Neupreise, aber im Schrank nützen einem die Teile ja auch nichts. In jedem Fall tragen sie dazu bei, die Anschaffungskosten in Höhe von 249€ für das Heli-Chris Tuning Chassis zu mindern. Auf der Seite von Heli-Chris.de findet sich eine Übersicht aller nicht aus dem Baukasten benötigen Teile.

Fazit:
Für mich ging die Rechnung auf. Alle Vorteile die ich mir durch den Einsatz des Heli-Chris Chassis versprochen hatte, konnte ich in dem Modell wieder finden. Zusammen mit dem richtigen Antrieb hat man hier ein Modell das – ohne Übertreibung – seine Grenzen sucht. Ich jedenfalls konnte sie nicht entdecken. Das Chassis ist extrem stabil aufgebaut und die durchdachten Details der Konstruktion ließen mich beim Bau immer wieder schmunzeln und denken: „Da hat sich einer aber viele Gedanken gemacht, das gefällt mir!“.

T-Rex 700 Elektro V2 Tuning Chassis www.Heli-Chris.de

Basis: T-Rex 700 LE + Umbau auf Mod 1 www.Freakware.de

RJX – Flybarless Rotorkopf http://hurrican24.com

TS-Servos: Futaba BLS 451, Heckservo: Futaba BLS 254, www.robbe.de

Akkus 2 x LeoLipo 5 Ah 30C www.leolipo.de

Akkus 2 x RockAmp 4,4 Ah 40 C www.parkflieger.de

Empfänger: R617FS www.robbe.de

Microbeast www.freakware.de

PowerJive 120+ JV, Pyro 700 – 45 (lange Welle) www.kontronik.de

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