Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Aktiver Jive Kühler

Die Temperatur ist dem Regler sein Tod!

Aktiver Kühler für die Jive Serie

„Abgebrannt“ oder „abgeraucht“, hört man manchmal im Zusammenhang mit Reglern. Und das ist dann durchaus nicht im übertragen Sinn gemeint, vielmehr beschreibt es den Endzustand eines überhitzen Reglers. Man glaubt gar nicht welche Temperaturen ein Regler entwickeln kann, wenn die auftretende Wärme nicht richtig abgeführt wird. Und kommt Eins zum Anderen, erhält so mancher Regler eine Feuerbestattung. Leider wird bei dieser Gelegenheit oft das Modell gleich mit beerdigt (es sei denn, man hat ein externes BEC verwendet… aber das ist eine andere Geschichte!).

Christian Wulff von www.heli-chris.de, hat sich diesbezüglich  Gedanken gemacht und eine eigene Kühlung entwickelt. Die Idee dahinter ist nicht neu, jedoch hat sich Christian bei seiner Lösung auf eine ganz bestimmte Reglerlinie konzentriert und dabei eine einfache und effektive Montage in den Vordergrund gestellt. Heraus kam eine „Klemmvorrichtung“ für die Jive Serie von Kontronik.

Nun ist es aber so, das Kontronik nicht gerade für seine abgebrannten Regler bekannt ist, vielmehr steht der Name für höchste Qualität. Warum also ausgerechnet ein Kühler für den Jive? Diese Frage soll später geklärt werden, schauen wir und den Kühler doch erst mal genauer an.

Der Kühler ist recht simpel aufgebaut. Im Prinzip wird der Regler zwischen einer schwarz eloxierten Kühlrippe aus Alu und eine CFK Bodenplatte geklemmt. Verbunden werden die beiden Teile über vier Distanzbolzen aus Kunststoff, die von oben und unten angeschraubt werden. Die Distanzhalter geben dabei bereits die Einbauposition des Reglers vor und verhindern, dass der Regler beim Verschrauben der Teile, gequetscht werden kann.

Die Einbauposition des Reglers ist durch die Distanzstücke vorgegeben

Auf dem Kühlkörper wird ein kleiner Lüfter mittels vier Schrauben befestigt. Dieser kann seinen Storm direkt vom Slave – Ausgang des Jive Reglers beziehen.

Das System kann auch ohne aktive Kühlung eingesetzt werden.

Der Kühlkörper selbst ist auf der Unterseite speziell auf die Kühlplatte des Jive zugeschnitten und mittels der mitgelieferten Wärmeleitpaste erreicht man eine ideale Temperaturübertragung.

Der Kühlkörper ist speziell für die Kühlplatte des Jive gefertigt worden.

In der Bodenplatte sind vier Löcher eingearbeitet, über die man die Reglereinheit am Modell befestigen kann. Die Bodenplatte gibt es als Basisversion oder bereits einbauoptimiert für verschiedene Heli-Typen angepasst. Wie auf der Homepage von Heli-Chris nachzulesen ist, werden hier auch gerne Vorschläge für weitere Grundplatten entgegen genommen.

Aber warum das Ganze? 

Die Jive Regler haben eine automatische Abschaltung eingebaut, die bei einer definierten Obergrenze an Strom oder Temperatur greift, und den Regler abstellt. Nun ist dieser Mechanismus wunderbar um den Regler nicht zu „verheizen“. Aber man möchte natürlich auch nicht durch extreme Belastungen eben diese Temperaturwerte erreichen. Hat man die Temperatur im Griff, ist der Jive zu enormen Leistungen fähig.

Wer seinen Jive genauer anschaut wird neben der Ampereangabe noch ein „+“ finden. Hinter dem Pluszeichen verbirgt sich, dass – eine ausreichende Kühlung vorausgesetzt – der Regler wesentlich mehr Leistung bringen kann. Wie viel mehr, wollte ich genau wissen und habe mich bei Kontronik erkundigt. Leider ist es gar nicht so einfach, die Regler an ihre Grenzen zu bringen und der maximale Dauerstrom konnte mir nicht mitgeteilt werden. Wohl aber der höchste gemessene Peak bei einem Jive 120+ HV. In einem 5FB Modell wurde bei einem Steigflug für ca. 2 Sekunden eine Spannung von 300A gemessen! Das ist ganz ordentlich und veranschaulicht doch wunderschön, was man bei ausreichender Kühlung aus einem Regler herausholen kann.

Hier kann man erkennen, wie sich die Leitung auf die Temperatur im Regler auswirkt.

Ein weitere Vorteil ist die einfache Montage des Reglers im Kühlsystems. Das System kann auf verschiedenste Jive Regler montiert werden und der Regler kann frei von optischen Beeinträchtigungen ausgebaut werden. Sprich, er sieht auch nach solch einem Einsatz aus wie neu.

Wie wird der Kühlkörper angeboten?

Es werden zwei Varianten angeboten, die sich lediglich in der Länge der Distanzstücke unterscheiden.

Somit können mit dem Jive 80 Kühler die Jive Regler: 60+ LV, 80+ LV, 100+ LV, 60+ HV und  80+ HV betrieben werden. In den PowerJive 120 können die Regler: PowerJive 120+ HV, HeliJive 120+ HV, FAI Jive 120+ HV, F3A Jive 120+ HV und FAI Jive 150+ LV eingebaut werden.

Lieferumfang

Die Lüfter selbst sind in zwei Varianten verfügbar. Einmal für eine Spannung von 5 bis 6 Volt wie sie am Jive zu finden ist. Oder alternativ für einer Spannungslage von 8 bis 12 Volt, womit er direkt an ein HV – BEC oder einen 2S Akku angeschlossen werden kann.

Auf zum Feldtest 

Hitze unter der Haube:
In diesem Fall arbeitet ein Jive 100+ LV Regler unter einer geschlossenen Haube und die zeitweise auftretenden Peaks von bis zu 130 A heizten dem Regler ganz schön ein. Zwar betrug die maximal gemessene Temperatur hier nur 65 Grad, aber in Anbetracht der noch relativ geringen Außentemperatur von ca. 10 Grad hatte ich – was den Einsatz im Hochsommer angeht – so meine Bedenken.  Durch den Einsatz des aktiven Lüfters konnte die Wärme entsprechend abtransportiert werden und die gemessene Temperatur betrug nur noch 40 Grad.

Vergleich Temperaturentwicklung mit und ohne Kühlung

10S anstatt 12S
Lange schon wollte ich auf meinem Shape 9.0 mit einem 10S Setup fliegen. Aber bekanntlich steigt der Strom bei geringerer Spannung und ich war mir nicht klar darüber, was für Werte mich hier erwarteten. Also wurde der aktive Lüfter als Huckepack auf den Heli Jive 120+ HV geschnallt und ich konnte ohne Bedenken meine Messwerte sammeln. Die Werte waren beeindruckend, aber den Jive ließ das alles kalt.

Legitimation zum dauerhaften Betrieb mit höheren Ampere Werten?
Nun sollte solch eine Kühlung aber nicht dazu anregen, den Regler permanent über seinem angegebenen Wert zu betreiben. Vielmehr soll er die Sicherheit geben, extreme Peaks abzufangen und auch bei etwas schwierigeren Einbaupositionen für eine Abführung der Wärme zu sorgen. Was genau einem die Kühlung bringt und ob sie mit oder ohne aktivem Kühler betrieben werden sollte, kann jeder recht schnell durch die entsprechenden Logwerte herausfinden. In meinem Fall ging die Rechnung auf. So konnte zum einen unerwünschte Hitze unter der Haube abtransportiert, und zum anderen auch bei extremsten Belastungen ein kühler Regler bewahrt werden.

Einbau im S4

Bezugsadresse: www.heli-chris.de

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