Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

FlyCamOne2

FlyCamOne2 von AIRACE

Vor einiger Zeit kam die FlycamOne auf den Markt. Wegen ihrer Größe und des geringen Gewichts war sie besonders für Modellflieger als Onboard-Kamera interessant. Der Hersteller hat nun das Nachfolgemodell – treffender weise als FlyCamOne² bezeichnet – auf den Markt gebracht und das Produkt um einige neue Funktionen und Verbesserungen erweitert. Dabei wurde auch speziell an die Modellbauer gedacht.
Doch schauen wir uns doch zunächst mal den Lieferumfang der Kamera an, die in einer Kunststoffverpackung mit Papiereinlage daherkommt und für ca. 65 EUR im Fachhandel oder Onlineshop zu haben ist. Darin befinden sich:

  • Die Kamera
  • Befestigungssockel
  • Ein USB Kabel
  • Anlenkhebel + Schraube für Objektiv
  • Eine Trage- oder Sicherungsschlaufe
  • Doppelseitiges Klebe-Pad
  • Eine kurze Anleitung

Eine SD-Speicherkarte, die für die Filmaufnahmen zwingend notwendig ist, liegt nicht bei. Sie muss extra gekauft werden und belastet die Geldbörse noch einmal mit rund 25 EUR für ein Modell mit 2 GB. Hier gibt es zwar auch billigere Alternativen – doch sollte man sich unbedingt für eine Speicherkarte mit hoher Schreib/Lesegeschwindigkeit entscheiden, da sonst eine störungsfreie Videoaufzeichnung nicht möglich ist. Ich habe mit einer 2 GB SanDisk Extreme III gute Erfahrungen gemacht.
Die Kamera hat einen eingebauten LiPo Akku, der über das USB Kabel geladen wird, sobald sie an den PC angeschlossen wird. Über die USB 1.1 Verbindung können die Bilder und Videos auf den PC geladen, sowie Firmwareupdates aufgespielt werden. Mit dem auf der Hersteller-Webseite verfügbaren Treiber kann die Kamera sogar als Webcam z.B. für Skype oder ähnliche Programme eingesetzt werden.
Über eine seitlich angebrachte Taste kann man die verschiedenen Betriebsmodi einstellen, die dann im zweistelligen LCD Display angezeigt werden. Mit einer weiteren Taste kann die jeweilige Funktion gestartet werden.
Neben der Video- und Fotoaufzeichnung in verschiedenen Auflösungen gibt es auch eine Überwachungsfunktion, in der die Kamera mittels eines IR-Bewegungssensors bei erkannter Bewegung kurze Filmstreifen aufnimmt.
Die beste Videoaufzeichung erfolgt im Modus „VR“ mit einer maximalen Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten. Es wird im MJPG Verfahren mit 25 Bildern/Sek. aufgezeichnet. Der Ton wird dazu mit einer Abtastrate von 8kHz in mono mit einer Auflösung von 8 Bit pro Sample in der avi-Datei gespeichert. Dabei ergeben sich laut Hersteller ca. 50 MB pro Minute. In der Praxis liegen die Werte zwischen 40 und 45 MB pro Minute. Die Filme lassen sich per USB Kabel oder direkt mit der SD Karte auf den PC kopieren und z.B. mit dem Windows Movie Maker bearbeiten. Dabei kann auch die Aufnahme um 180° gedreht werden falls die Kamera auf dem Kopf stand. Diese Funktion soll laut Hersteller ab der nächsten Firmware Version auch die Kamera selber übernehmen können.
Die Kamera kann mit einem einfachen Handgriff auf dem mitgelieferten Sockel befestigt werden. Dieser wiederum wird mittels des doppelseitigen Klebepads am Modell befestigt. Wer der Befestigung nicht traut, kann die Kamera zusätzlich mit der Sicherungsschlaufe am Modell befestigen. Bei meinen Testflügen hat die Kamera auf dem Sockel problemlos Loopings, Rollen und Hochstarts ausgehalten.
Musste man beim Vorgängermodell bei horizontaler Montage das Bild noch mittels eines kleinen Spiegels auf das Objektiv lenken, so kann man nun den Sensor samt Linse um 90° drehen, um so nach vorne zu filmen. Das Drehen kann zudem von einem Servo übernommen werden, wenn man an der Objektiveinheit die mitgelieferte Anlenkung befestigt und diese z.B. mit einem dünnen Draht anlenkt. Das Kameragehäuse kann so mit dem Sockel aerodynamisch günstig am Modell befestigt werden. Um noch eins draufzusetzen, kann man die Kamera im Modell sogar aus der Empfängerbatterie mit Strom versorgen. Die entsprechenden Stecker und Kontakte sind bereits am Sockel vorhanden. Auch das Auslösen der Kamera, bzw. das Ein- und Ausschalten der Aufnahmefunktion kann über einen elektrischen Kontakt am Sockel gesteuert werden. Ein direkter Anschluss an den Empfänger ist leider nicht möglich, da die Kamera mit dem Servosignal erst mal nichts anfangen kann. Hier benötigt man ein externes Schaltmodul oder Ähnliches.
Tipp: Befestigt man den Sockel auf einem länglichen Stück Sperrholz, kann man die Kamera mit Gummis fast überall befestigen ohne den Sockel ankleben zu müssen.

Neben all den genannten Vorteilen sei noch folgendes erwähnt, was mir negativ aufgefallen ist:
Der automatische Weis-Abgleich arbeitet nicht so ganz sauber. So ist z.B. bei Aufnahmen gegen die Sonne ein schwarzer Punkt in deren Mitte zu erkennen.
Bei schlechten Lichtverhältnissen werden die Bilder zunehmend verrauschter; ein allgemeines Problem von Kameras mit CMOS Sensor.
Bei Montage am Verbrenner-Heli wirken sich die Vibrationen störend auf das Filmmaterial aus. Trotz mehrerer Versuche mit verschiedenen Befestigungsarten und Vibrationsdämpfungen ist es mir nicht gelungen eine so saubere Aufnahme wie z.B. mit dem Elektrosegler zu erreichen. Vibrationen bemerkt man als „Wasseroberflächen Effekt“ im Film.

Technische Daten der Kamera:

Größe: 40x80x14 mm
Gewicht: 37 g
Auflösung Video: 640×480 px
Auflösung Foto: 1280×1024 px
Motionsensor Reichweite 5m bei 25°C
LCD Screen: 2-stellig
Batterie: 220 mAH Li-Po
Fokus: 0,3m-unendlich
SD-Karte: 512MB- 2GB
USB: 1.1 Mini USB
Aufladen: 5 V / USB
Videobilder pro Sekunde: 25
Funktionen: Foto, Video + Audio, WebCam, endlos Video, Serienbild-Funktion, Überwachungs-Video, externes Chip Drive
Verwendungstemperatur: 0-40°C
Lagerungstemperatur: 32-104°F

Fazit:
Wer mit seinem Modell ein paar aufregende Luftaufnahmen machen – und nebenbei noch den Hund dabei überführen will, wie er es sich in Abwesenheit des Herrchens verbotener Weise auf der Sofa bequem macht – ist mit der FlyCamOne² gut beraten. Die Qualität ist dem Preis angemessen. Das heißt aber auch, dass man hier keine Aufnahmen in Profiformat erwarten darf. Dafür erhält man aber ein vielseitiges Gerät mit ein paar modellbau-spezifischen Extras, das wohl in dieser Form auf dem Markt einzigartig ist.

Preis: ca. 60 €

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