Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Neues aus dem Hause Multiplex

Multiplex kommt gleich mit drei neuen Produkten auf den Markt. Angefangen von neuen Empfängern über ein Telemetiemodul, bis hin zum Kabellosen Lehrer-Schüler Adapter ist alles vertreten, was der ambitionierte Modellbauer benötigt. Ich konnte mir die neuen Produkte etwas genauer ansehen und möchte hier darüber berichten.

 

Multiplex RX-7 M-Link

Lange schon habe ich auf den Multiplex RX-7 M-Link gewartet. Mit seinen sieben Kanälen ist er aktuell der kleinste Telemetrie fähige Empfänger für Helikopter aus dem Hause Multiplex. Die Anschlüsse des RX-7 sind abweichend von seinen Vorgängern an beiden Seiten des Empfängers untergebracht, so konnte die Bauform extrem verkleinert werden und mit seinen Massen von LxBxH 54 x 20 x11 mm, ist er verhältnismäßig klein. So klein, dass der MPX–Empfänger nun auch auf einem 450er Modell nicht überdimensioniert sondern harmonisch wirkt.

Jedoch verfügt der Empfänger nur noch über eine Antenne, hier wurde zugunsten der geringen Baumasse auf eine Duplexeinheit verzichtet; was für den Einsatz bei Helikoptern oder kleineren Flächenmodelle keine große Rolle spielen dürfte, hält sich die maximal mögliche Entfernung zum Piloten doch in Grenzen. Zusammen mit dem Empfänger wird auch die Neue Softwareversion geliefert, mit welcher über den B/D Anschluss des Empfängers ein Summensingnal der ersten 12 Kanäle gesendet werden kann. Dabei handelt es sich um das SRXL Protokoll, welches bereits von dem FBL-System BeastX von Microbeast unterstützt wird. Somit entfällt das Kabelgewirr beim Anschließen des Empfängers und lediglich eine Leitung zum FBL-System ist noch notwendig. Das spart minimal Gewicht und macht alles etwas übersichtlicher. Apropos Gewicht, mit seinen gerade mal 13 Gramm Gewicht dürfte er nur unwesentlich in selbiges fallen ☺ Auch kann man sogenannte „Prioritätsadressen“ festlegen. Diese Sensorwerte dieser Adressen (Kanäle) werden somit öfters aktualisiert und sind somit immer uptoDate. Alle Einstellungen, sowie Softwareupdates können über den PC mittels Datenkabel vorgenommen werden. Der Spannungsberiech liegt zwischen 3,5 und 9,0 Volt somit steht auch einen HV-Betrieb nichts im Wege.


Wie bei MPX üblich, kann der Empfänger zusammen mit einem zweiten MPX Empfänger im Diversity Modus betrieben werden. Wer den Empfänger aufgrund seiner Bauform für größere Modelle einsetzen möchte, kann hier unter Zuhilfenahme eines kleineren nicht telemetriefähigen Empfänger aus dem Hause MPX die nötige Sicherheit einbauen und somit den Nachteil von nur einen Antenne des Empfängers kompensieren.

 

Drahtloser Lehrer Schüler Stick für das M-Link System


Das erlernen unseres Hobbys ist manchmal nicht ganz einfach, seien es neue Figuren, oder neue Modellsparte, an die man sich herantraut. Wer auf Nummer „Sicher“ gehen möchte, benutzt hier den Lehrer Schüler betrieb und übt erst mal mit einem erfahrenen Piloten. Alle Steuerbefehle des Schülers werden während des Lehrer Schüler Betriebes über die Fernbedienung des Lehrers an das Modell gesendet und der Lehrer kann jederzeit eingreifen. Das ist zugegebenerweise nichts neues, aber dennoch hat es MPX hier geschafft, einen Vorteil des M-Link Systems zu nutzen und die Daten werden jetzt nicht mehr per Kabel vom Schüler zum Lehrer übertragen. Vorbei sind also Bilder die eher an Seilschaften als an Modellflug erinnern.

Der Stick wird einfach in die DIN-MPX Buche des Lehrers eingesetzt. Währen des Einschaltvorgangs des Lehrersenders wird die Bind-Taste am Stick gedrückt. Danach kann sich der Schüler über einen Bind-Vorgang mit dem Stick verbinden. Sobald der Bindevorgang angeschlossen ist, springt der Lehrersender in das Menü zur Einstellung der Kanalbelegung für den Lehrer- Schülerbetrieb. Nun können 5 Funktionen eingelernt werden. Um eine Funktion einzulernen, muss diese lediglich selektiert und am Schülersender ausgeführt werden. Der Lehrersender erkennt diese automatisch und ordnet sie zu. Somit ist der komplette Binde- und Einlernvorgang binnen Sekunden abgeschlossen und ein Lehrer- Schülerflug kann auch spontan durchgeführt werden, ohne dass man sich hier groß vorbereiten muss.


Der Stick kann mit allen M-Link Systemen betrieben werden, die über eine freie DIN-MPX-Buchse verfügen. Die Reichweiter zwischen Lehrer und Schüler beträgt ca. 30 Meter und sollte je nach Gegebenheit des Geländes (Sichtbegrenzungen etc.) mit einem Reichweitentest geprüft werden.

 

GPS – Sensor


Basierend auf die Auswertung von Satelliten kann der GPS Sensor verschiedenste Daten liefern. So z.B. die Geschwindigkeit, die Höhe oder die Entfernung zum Piloten bzw. dem Ausgangspunkt. Die Geschwindigkeit, sowie die Höhe können dabei im dreidimensionalen – als auch im zweidimensionalen Raum gemessen werden. Bei der 2D Messung würde z.B. die Vorwärtsbewegung, nicht aber die Geschwindigkeit, mit der sich das Modell dem Boden nähert, gemessen werden. So kann man die für sich wichtigen Informationen getrennt herausfiltern. Wie von den anderen Sensoren bekannt, können hier ebenfalls weitere Informationen wie die maximale oder die durchschnittliche Geschwindigkeit angezeigt werden, oder Alarmwerte gesetzt werden. Alle Werte können frei auf den Anzeigekanälen platziert werden.
Ein weiteres Feature ist die Anzeige der absoluten Wegstrecke, die das Modell während des Fluges zurückgelegt hat. Hier wird sich der ein oder andere ganz schön wundern, was für eine beachtliche Strecke ein Segler während des Fluges zurücklegt!
Ebenfalls können noch verschiedenen Winkel- und Gradwerte angezeigt. Diese Werte können als Basis den Fixpunkt (Ausgangspunkt des Fluges), das Modell selbst (Pilotensicht) oder die Richtung Norden haben. So kann sich jeder genau das anzeigen lassen, was für ihn von Interesse ist. Ich fand die Anzeige des Fixpunkts am besten, da sie mir zwei Sachen verraten kann. Erstens, wo befindet sich mein Modell gerade? (Ist mal in den Alpen auf einer gewissen Höhe bei widrigen Bedingungen unterwegs, kann man das Modell schnell mal verlieren); und zweitens: Wo muss ich mein Modell suchen, wenn es abgestürzt ist? ☺
Verwendet man eine RoyalEvo oder eine RoaylPro, kann man sofort mit dem GPS Sensor starten, ohne dass weitere Infos eingestellt werden. Bei Verwendung einer Cockpit-Anlage müssen zuerst die zu verwendenden Kanäle bestimmt werden.
Bevor man abheben kann, muss man zuerst auf eine GPS Verbindung warten (ähnlich wie beim Navigationssystem des Autos), das kann bis zu einer Minute dauern. Damit die Zeit für den zweiten Start etwas verkürzt wird, ist im GPS Sensor ein Pufferakku integriert, der die Bahnen der verwendeten Satelliten speichert und für weitere Flüge bereitstellt. Somit dauert die Initialisierung des Systems beim zweiten Flug lediglich 10 Sekunden.
Die Genauigkeit des Systems wird bei optimalen Bedingungen mit ca. 2,5 Meter auf die Position und 0,1 Meter/Sekunde für die Geschwindigkeit angegeben. Unter normalen Bedingungen muss man mit 5 bis 10 Metern und 0,5 bis 1 Meter/Sekunde rechnen.
Um diesen Schwankungen etwas entgegen zu wirken, kann man über einen Parameter einstellen, um was für einen Modelltyp es sich handelt. Zur Auswahl stehen:

  • Langsames Flugzeug/Auto (bis 223 km/h horizontal und 54 km/h vertikal)
  • Schnelles Flugzeug/Auto (bis 360 km/h horizontal und 360 km/h vertikal)
  • Boot (bis 90 km/h horizontal und 18 km/h vertikal)

Somit können Ausreiser bei den Messwerten entsprechend gefiltert werden.
Der GPS Sensor bietet verschiedenste Möglichkeiten, die unser Hobby an der ein oder anderen Stelle etwas verändern dürften. Man denke hier an Wettbewerbe wie Langstrecken- oder Geschwindigkeitsflüge. Einzig die Aufzeichnung der GPS Koordinaten während des Fluges habe ich noch vermisst, so könnte man die Daten virtuell am PC darstellen.

 

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