Testberichte und Informationen aus dem RC-Modellbau

Wider dem Flugrost – Ballistol

Wie fast immer im Leben ist es der Zufall, der die besten Sachen an den Tag bringt. So auch in diesem Fall. Auf sehr dubiose Art und Weise ist eine kleine Probeflasche Ballistol in unseren Haushalt eingezogen. Das Mittel war mir nicht fremd, habe ich als Jägerssohn das Ballistol ja fast mit der Muttermilch eingesogen und meinen Vater am entsprechenden Geruch erkannt.
Dennoch wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht, wofür man Ballistol alles verwenden kann. Eine fast unglaubliche Story nahm ihren Lauf:

Der Einbau einer Starrantiebwelle in einem T-Rex: Mit Fett, leichten Ölen etc. habe ich mehrfach versucht, die press anliegenden Gummis auf der Welle in das Heckrohr eines T-Rex 700 zu schieben. Da hier aber gleich mehrere Kugellager verbaut sind, wurde der Widerstand immer größer und nach einiger Zeit rutschten die Gummis von den Kugellagern. Kurz vor der Verzweiflung kam mir die rettende Idee: in der Schublade lag noch etwas Öl zum Sprühen! Also einen kurzen Sprühstoß in das Heckrohr und die Welle glitt fast wie von selbst ein. Verwundert habe ich das Etikett des Sprays gelesen und meine Neugierde war geweckt. Nicht genug, dass dieses Öl pflegt, schmiert, vor Rost schützt und sogar noch Wunden desinfiziert. Nein, es ist noch biologisch abbaubar und verharzt nicht. Ebenfalls kriecht es in die feinsten Winkel, löst Verharzungen und ist noch gleitaktiv. Eine Materialunverträglichkeit konnte nicht gefunden werden, also Feuer frei für eine kunterbunte Versuchsreihe!

Nach einer etwas zu heftigen Autorotation musste ich ein Pfeilzahnrad im Starrantrieb eines 600er austauschen. Da ich das Teil eh offen hatte, habe ich alle Wellen, Lager etc. mit etwas Ballistol behandelt. Das Ergebnis war verblüffend. Das Laufgeräusch wurde hörbar minimiert.

Schwitzende Hände und das Fliegen bei höherer Luftfeuchtigkeit sind der Garant für Flugrost auf Metallteilen am Helikopter. So staunte ich nicht schlecht, als ich auf der Hauptrotorwelle und der Anlenkung der Blatthalter eben diesen Flugrost ausmachen konnte. Also etwas Ballistol auf einen Lappen gegeben, kurz drüber und der Flugrost war beseitigt. Als Nebeneffekt sind die Teile gleich konserviert und glänzen noch schön.

Bis vor kurzem habe ich für mache Arbeitsschritte beim Bau eines Helikopters noch Feinlauföl (auch oft als Nähmaschinenöl bezeichnet) verwendet. Auch diesen Platz hat mittlerweile Ballistol eingenommen.

Und jetzt kommt das Beste! Wer kennt es nicht? Nach jedem Tag auf dem Flugplatz wischt man mit einem nassen Lappen die Kamikaze Fliegen von den Rotorblättern. Auch hier kann Ballistol helfen. Wisch man die Blätter vor dem Flug mit etwas Ballistol ab, so können die Fliegen nach dem Flug einfach mit einem trockenen Tuch entfernt werden.

Verdünnt mit etwas Wasser oder pur eignet sich das Öl auch dazu, Kunststoffteilen oder CFK Stäben einen neuen Glanz zu verleihen.
Die Rezeptur des Weißöl Ballistol ist bereits seit 1905 unverändert. Als Waffenöl konzipiert erobert es seit mehr als 100 Jahren die verschiedensten Bereiche im alltäglichen Leben. Auf der Webseite von Ballistol kann man über 1000 verschieden Anwendungsfälle für das Öl finden!

Auch in unserem Haushalt hat Ballistol einen festen Platz gefunden und die Probeflasche wurde schnell durch eine 200 ml Dose ersetzt.

Preis ca. 6 € für 200 ml.

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